Cajou der Gijama (Baumfisch)

Geräuschempfindliche Baumbewohner mit Augenattrappen

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Cajou gehört zum Volk der Gijamas, was übersetzt so viel wie „Baumfisch“ heißt. Den Namen haben sie ihrer sehr geschmeidigen und leichten Fortbewegung zu verdanken, denn es scheint so, als würden sie geradezu zwischen den einzelnen Ästen der Bäume schweben. Die meisten Stämme der Gijamas leben in den Baumkronen der Wälder Ambiguas, so zum Beispiel im Forst von Rubyk.

Durch ihre grünliche Hautfarbe sind in den Blättern der Bäume optimal getarnt, um sich vor größeren Feinden zu verstecken, denn kampffreudig sind sie nicht gerade. Es sei denn sie müssen sich und ihre Nachkommen unbedingt verteidigen. Dann kommen auch mal die zwei Reihen der messerscharfen Zähne zum Einsatz. Die brauchen Gijamas sonst nur um die Rinde von Bäumen zu reißen oder um durch winzige Löcher Wasser aus anderen Pflanzen zu saugen. Denn sie ernähren sich ausschließlich von Blättern, Blüten, Wurzeln, Stengeln und Früchten der Pflanzen um sie herum. Sie sehen das alles als Geschenk an und gehen sehr sorgsam damit um.

Gäste werden zwar in einem Stamm willkommen geheißen, aber nicht sehr respektiert, da es meist andere Geschöpfe sind, die die Natur nicht so sehr schätzen und daher als „Monster“ angesehen werden.
Aber Fremde würden sich zwischen den grünen Wesen wahrscheinlich sowieso nicht wohlfühlen, da sie in absoluter Stille leben. Eine Sprache sprechen sie nicht, denn ihre Geister haben sich zu einem Großen vereinigt und so können sie sich mit Hilfe von Gedanken verständigen. An so eine Ruhe gewöhnt fühlen sie sich Ansammlungen von anderen Geschöpfen nicht sehr wohl, denn ihr Gehör ist durch die immerwährende Stille aufs Äußerste geschärft. Leider wurden wegen dieser Gabe in der Vergangenheit auch einige Gijamas in Gefangenschaft genommen, um damit schon weit vor einer geräuschvollen Gefahr warnen zu können. Doch manchmal passierte es, dass durch ein für Gijamas viel zu lautes Geräusch diese Gabe ins Gegenteil umschlug und der Gijama fast taub wurde. Durch solche Vorfälle zogen sich die einzelnen Stämme immer weiter zurück und man glaubte schon, dass sie ausgestorben seien. Nur noch wenige Gijamas wagten es den Schutz der Wälder zu verlassen und sich den Gefahren der Welt auszusetzen. So auch Cajou.

Cajou ist 80 Herbste alt, was gerade mal die Hälfte eines Gijama-Lebens ist. Auch er hat eine ledrige, in unendlich vielen Grüntönen gescheckte Haut, die einen durchsichtigen Schleim absondern kann, der wie ein Kleber wirkt und er so ganz einfach Bäume hochgehen kann. Doch für viele andere Wesen wirkt dieses Sekret ätzend. Auch die äußerst schmale Körperform ist völlig normal für Gijamas, denn sie und das geringe Gewicht ermöglicht es ihnen erst, sich so leichtfüßig durch die Äste der Bäume zu bewegen, denn so können sie auch von etwas dünneren Zweigen noch getragen werden. Die langgezogenen und abstehenden Ohren benutzt er sehr gern, um die leckersten der Pflanzen zu finden, denn die erkennt man immer daran, dass der Wind sie immer besonders wiegt. Meint jedenfalls Cajou. Die doppelten Pupillen sind nur zur Abschreckung größerer Feinde und verbessern in keinster Weise die nur durchschnittlich Sehkraft der Gijamas.

Doch etwas ist anders bei Cajou: Die zwei anstatt drei Finger seiner Hände. Aber mittlerweile hat er sich damit abgefunden, denn sein Großvater hat ihm den Stock, den er immer bei sich trägt und Muro nennt, vor einigen Jahrzehnten geschenkt. Denn mit nur zwei Fingern lässt es sich nur schlecht leben und schon gar nicht kämpfen, wenn es sein muss. Aber dieser unscheinbar aussehende „Stock“ ist durch hartes Training eine perfekte Waffe geworden. Denn es ist eigentlich gar kein steifer Stab, sondern eine durch eine geflochtene Pflanzenfaser gespannte Kette kleiner Holzscheiben. Durch lockern dieser Faser kann Cajou die Kette wie eine Peitsche vorschnellen lassen oder wie ein Seil benutzen. Muro hat ihm außerhalb der Baumkronen schon gute Dienste geleistet, denn Gefahren lauern schließlich überall, doch bis jetzt konnte ihn noch keine davon von seinem Vorhaben, ganz Ambigua zu sehen, abbringen.

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Autorin / Autor: sanny