180 GRAD

Autor: Bastian Berbner
Geschichten gegen den Hass

Bastian Berbner schreibt in seinem Buch über verschiedene Menschen und Menschengruppen, die ihre Erfahrungen zu ihrer Überwindung von Vorurteilen und Hass, durch Begegnungen mit Andersdenkenden überdenken und auch überwinden konnten. Der Leser wird mitgenommen auf eine Wüstenwanderung mit Neonazis und Linksradikalen, in die Geschichte von Beamten in Botswana, in eine Hamburger Wohnsiedung in der neu eingezogene Flüchtlinge auf ein älteres schon fünfzig Jahre dort wohnendes Paar treffen, nach Eleven Forty-Two, einem viel zu unbekannten Kriegsgefangenenlager zur Zeit des zweiten Weltkrieges in Amerika und noch vielen anderen Umständen, in denen Menschen mit Menschen konfrontiert werden, deren Einstellung gegenteiliger nicht sein könnte. Er schreibt über Empathie, Spiegelneuronen, eine wahre Demokratie und vor allen Dingen das Überwinden von Vorurteilen. Der Kern des Buches ist es anhand von Beispielen Möglichkeiten aufzuzeigen, den Hass zwischen Menschen zu überwinden, um eine Welt ohne Spaltung, Vorurteile und Hass zu erreichen.

Das Buch hat mich sehr fasziniert, es zeigt einem im Kern etwas auf, was man womöglich schon weiß, aber viel zu selten umsetzt: Seine eigene kleine Blase zu verlassen und sich mit Andersdenkenden auseinanderzusetzten, Klischees zu überwinden und Vorurteile hinter sich zu lassen.
Ich bin begeistert von all den Geschichten, Fakten und zum Teil auch politischen Ereignissen, von denen ich noch nie etwas gehört habe, die einem Hoffnung geben auf eine Welt, die ohne Gewalt und Respektlosigkeit auskommen kann - einfach durch Begegnung. Ein Buch, was zum Nachdenken anregt, von mir auf jeden Fall weiter empfohlen wird und aus dem ich bestimmt nicht das letzte Mal gelesen oder vorgelesen habe. 

Erschienen bei C.H. Beck

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Autorin / Autor: Amelie - Stand: 5. Juni 2020