Selbsterfüllende Prophezeiung
Studie: Gute Note im Blick verbessert Leistung
Wenn es doch nur so einfach wäre: Wer eine gute Note vor Augen hat, schneidet auch besser ab. So könnte man die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Psychologen der University of Missouri zusammenfassen, die in Experimenten mit insgesamt 131 Studierenden eine Art selbsterfüllende Prophezeiung in Test-Situationen festgestellt haben wollen. In den Experimenten von Ciani und seinem Kollegen Kennon Sheldon mussten die Freiwilligen sich einem einheitlichen Test unterziehen. Dabei wurden sie verschiedenen Gruppen zugeteilt, die mit A, F oder J bezeichnet waren und sollten diese Buchstaben auf ihren Prüfungsbogen notieren. Dazu muss man wissen, dass die Buchstaben A und F in den USA für eine hervorragende (A) oder für eine miserable Leistung (F=fail) stehen. Nun fanden die Forscher also heraus, dass die A-Gruppe deutlich besser abschnitt als die F-Gruppe. Die Ergebnisse der J-Gruppe (dieser Buchstabe bezeichnet keine Note) lagen zwischen den beiden.
Anblick guter Note spornt zu guter Leistung an
Die Forscher schlossen daraus, dass der bloße Anblick und auch das Notieren der (vermeintlichen) Note die Leistungen der ProbandInnen beeinflusste. Wer das erfolgversprechende A vor sich sah, fühlte sich motivierter, ein gutes Resultat zu erzielen, vermuten die Forscher. Wer das fatale F erblickte, bemühte sich bestenfalls nicht allzu sehr zu scheitern. Da die ProbandInnen bei einer anschließenden Befragung angaben, den Zusammenhang zwischen der Gruppenzuteilung A und F und dem Notensystem nicht erkannt zu haben, gehen die Psychologen davon aus, dass dieser Prozess unbewusst abläuft.
Daraus leiteten die Forscher die Empfehlung für Lehrende ab, unmotivierende Symbole wie F in solchen Prüfungssituationen zu meiden, denn die könnten dazu führen, dass die Studierenden schlechter abschneiden als es eigentlich zu erwarten wäre. Andersrum könnte die Verwendung von Symbolen oder Phrasen, die auf eine gute Leistung verweisen, Lernende motivieren, sich anzustrengen, um das Beste rauszuholen. Schön wäre das ja. Und ihr müsstet dann künftig auf eure Klasenarbeiten einfach immer als erstes mal eine große 1 auf euer Blatt malen (oder eine 15 - je nachdem), um euch selbst zu Höchstleitungen anzutreiben.
Die Studie erscheint in der März-Ausgabe des British Journal of Educational Psychology.
Quelle:
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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 11. März 2010