Hier wird nicht gelogen!

Studie: Zuhause flunkern wir selten

Wer behauptet, nie zu lügen, flunkert garantiert in diesem Moment, wo er/sie dies ausspricht. Hinter vielen Deutschen steckt allerdings eine ehrliche Haut. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Oxford und Bonn. Vor allem in den eigenen vier Wänden scheint Ehrlichkeit großgeschrieben.

In einem Verhaltensexperiment logen die deutschen Testpersonen weit weniger zu ihrem Vorteil als die Wissenschaftler zuvor vermutet hatten – nämlich gar nicht. Beim Münzwurf konnten die TeilnehmerInnen durch Schummeln leicht Geld verdienen, doch sie blieben ehrlich.

Es gibt viele Situationen im Leben, in denen sich Flunkern anbietet, um einen Vorteil zu erlangen – oder keinen Ärger. Etwa, wenn man den Eltern erzählt, man habe das ganze Wochenende durchgelernt, obwohl man dann doch die meiste Zeit etwas anderes gemacht hat.

Wie weit das Lügen in Deutschland verbreitet ist - oder eben nicht -  untersuchten die Wissenschaftler mit einem einfachen Experiment. 700 ausgewählte Personen wurden am Telefon befragt. Die Aufgabe: Die Teilnehmenden sollten eine Münze werfen. Wer angab, „Zahl“ geworfen zu haben, bekam 15 Euro. Wer „Kopf“ warf, bekam nichts. „Damit war die Verführung schon sehr groß, in der Umfrage einfach `Zahl´ anzugeben, da niemand am Telefon nachprüfen konnte, ob dies tatsächlich zutraf“, berichtet Erstautor Dr. Johannes Abeler von der Universität Oxford.

Die ForscherInnen konnten jedoch indirekt feststellen, wie viele der Testpersonen gelogen hatten. „Die Chance, Kopf oder Zahl zu werfen, ist genau gleich groß – 50 : 50“, erläutert Mitautorin Anke Becker. Das Ergebnis war überraschend: Nur 44,4 Prozent der Befragten gaben an, „Zahl“ geworfen und damit Anrecht auf die 15 Euro zu haben. 55,6 Prozent sagten „Kopf“ und gingen damit leer aus. Die Wissenschaftler boten in einer weiteren Untersuchung die Möglichkeit, nur ein bisschen zu schummeln: Die Testpersonen sollten insgesamt vier Mal eine Münze werfen, wodurch nur „teilweise“ gelogen werden konnte. Doch auch diesmal gaben weniger als 50 Prozent der Befragten an, eine Zahl geworfen zu haben und damit einen Gewinn von diesmal fünf Euro zu bekommen.

Beim Lügen kommt es offenbar auf die Situation an
Damit beriefen sich sogar deutlich weniger Probanden darauf, Zahl geworfen zu haben als statistisch vorgegeben. Vorangegangene Studien in Laborumgebungen hatten hingegen gezeigt, dass etwa 75 Prozent der Befragten angaben, „Zahl“ geworfen zu haben. „Offenbar ist Lügen situationsbedingt“, schließt Prof. Falk aus den Ergebnissen. Die Probanden wurden zuhause in ihrer privaten Umgebung befragt. In diesem geschützten Raum soll wahrscheinlich das Selbstbild der `ehrlichen Haut´ nicht unnütz zerstört werden, mutmaßt das Forscherteam. Im geschäftlichen Bereich könne dies jedoch ganz anders aussehen.

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 21. November 2012
 
 
 

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