Zivilcourage 2.0

Autoren: Hermann Vinke und Kira Vinke
ab 13 Jahren

In dem Buch "Zivilcourage 2.0" von Hermann und Kira Vinke werden uns verschiedene Menschen und ihre Biografien vorgestellt. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie viel Gutes für den Menschen/die Umwelt getan haben. Die meisten von ihnen sind Nobelpreisträger. Die bekanntesten zwei tummeln sich am Anfang und am Ende des Buches, die Rede ist von Edward Snowden und Malala, beide bei den breiten Massen populär.

Das Buch ist angenehm zu lesen. Es ist keine Unterhaltungsliteratur, ich würde es eher im Bereich der Sachbücher einordnen. Es ist in einzelne Kapitel unterteilt, die verschiedene "Probleme der Welt behandeln". Natürlich ist da das eine interessanter als das andere. Ich z.B. fand Hunger oder Armut flüssiger zu lesen als jetzt z.B. das Kapitel über Banken. Aber das bleibt jedem selber zu überlassen. Im allgemeinen fühlt man sich, wenn man die Artikel über die einzelnen mutigen Schicksale liest, mit seinen eigenen Problemen ziemlich klein. Das ist jetzt aber nicht im negativen Sinne gemeint, so könnte es den ein oder anderen egoistischen Horizont des ein oder anderen Menschens doch schwer erweitern. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass nicht nur die großen Weltretter im Buch zu Wort kommen, sondern auch die kleinen, deren Lebenswerk  nicht so bekannt ist oder Jugendliche, die über ihre soziale Arbeit berichten, die jetzt vielleicht nicht gleich zu setzen ist mit den Taten eines Edward Snowdens oder einer Malala, aber dennoch wert zu berichten sind. Das würde nämlich mehr anspornen, etwas zu tun, auch wenn es noch so klein ist, als wenn man von den lebensgefährlichen Aktionen der wenigen liest, über die dieses Buch erzählt. Was würde "Ärzte ohne Grenzen", "das rote Kreuz" etc. tun, ohne die vielen, deren Geschichten niemals jemand lesen wird, die niemals einen Friedensnobelpreis erhalten werden, aber ohne die die Welt schon längst verloren wäre? Ohne deren unermüdlichen Einsatz niemals der Hunger wird besiegt werden können? Leider kamen in diesem Buch solche Menschen nicht zu Wort, was mich schon ein wenig enttäuscht hat.

Was mich sehr gestört hat war das letzte Kapitel: "Eine Zukunft ohne Krisen, Kriege und Katastrophen?". Mir hat hier doch sehr der neutrale journalistische Blick gefehlt. Es wurde sich hier sehr auf die westlichen Medien berufen, so wurde z.B durch die Blume behauptet, dass der Ukraine Konflikt ganz allein Russlands Schuld wäre. Eigene persönliche Meinungen gehören meiner Meinung nach in gar keinem Fall in ein Sachbuch hinein. Außerdem wird jedem noch so kleinem Streitschlichter in der Schule eingebläut, dass zu einem Streit immer zwei dazugehören. Und das ändert sich auch nicht in der Größe des Konflikts.

Aber an sich gibt das Buch Hoffnung. Hoffnung, dass alles gut gehen wird. Irgendwie. Solange es Menschen gibt, die dafür kämpfen. Und zwar nicht für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft, für das Leben, für das Gute in uns. Und solange es auch nur einen Menschen auf der Erde gibt, der das verkörpert, wird die Welt niemals schlecht sein, ganz egal was alle behaupten.

Erschienen bei Ravensburger

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Autorin / Autor: loveathletics - Stand: 30. September 2015