Wo steckst du?
Bitkom-Umfrage: Standortfreigabe für Partner:innen? Über die Hälfte lässt es lieber bleiben.
Verratet ihr eurem Schatz immer und jederzeit, wo ihr seid, indem ihr euren Standort freigebt? Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter 1.449 Internetnutzer:innen in Deutschland ab 16 Jahren machen das immerhin 14 Prozent der Befragten, in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen hat sogar fast jede:r Vierte den Standort in einer Beziehung bereits dauerhaft freigegeben - etwa über „Wo ist?“ von Apple, die Standortfreigabe von Google oder eine spezielle App. Weitere 35 Prozent können es sich künftig vorstellen.
Für gut die Hälfte der Befragten kommt das allerdings nicht infrage: 54 Prozent sagen, sie können sich dauerhaftes Standort-Teilen in einer Beziehung nicht vorstellen.
Alles für die Sicherheit?
55 Prozent derjenigen, die den Standort bereits dauerhaft mit Partner oder Partnerin geteilt haben, nennen ein Gefühl von Sicherheit als Grund, etwa unterwegs oder nachts. 49 Prozent sagen, sie hätten nichts zu verbergen. Für 47 Prozent ist das Standortteilen schlicht praktisch. 28 Prozent empfinden es als normal in ihrer Beziehung, 26 Prozent verbinden damit ein Gefühl von Nähe oder Verbundenheit.
23 Prozent finden, es sollte grundsätzlich normal in einer Beziehung sein.
Deutlich seltener werden Erwartungsdruck oder Misstrauen genannt: 10 Prozent teilen den Standort, damit Partner oder Partnerin dies ebenfalls tut, 9 Prozent, weil Partner oder Partnerin es erwartet. 6 Prozent geben an, Sorge zu haben, sonst Misstrauen auszulösen.
Die Begeisterung für die digitale Nähe hat aber auch Grenzen. 44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das Internet in Beziehungen zu mehr Misstrauen führt. 20 Prozent sagen, digitale Medien erleichtern es ihnen, Partner oder Partnerin zu kontrollieren. Unter den 16- bis 29-Jährigen liegen die Werte besonders hoch: 59 Prozent sehen durch das Internet mehr Misstrauen in Beziehungen, 30 Prozent finden, digitale Medien erleichtern Kontrolle.
Standortfreigabe im Blick behalten
Ob ihr den Standort teilt, um euch auf dem nächtlichen Heimweg sicherer zu fühlen, oder aus dem Gefühl heraus, euren Schatz immer wissen zu lassen, wo ihr seid - behaltet im Blick, diese Funktion auch wieder abzuschalten, wenn euch die digitale Nähe zu eng wird.
Der Bitkom Verband empfiehlt, für die Standortfreigabe die integrierten Funktionen der Betriebssysteme oder Apps von seriösen Anbietern zu nutzen und festzulegen, für wen und wie lange die Freigabe gelten soll. Außerdem sollte regelmäßig überprüft werden, welche Apps Zugriffe auf den Standort haben.
So lässt sich der Standort teilen – und wieder beenden
- Bei Apple-Geräten lässt sich der Standort zum Beispiel über die App „Wo ist?“ teilen: App öffnen, unten auf „Personen“ tippen, „Standort teilen“ auswählen und den gewünschten Kontakt festlegen. Dabei kann ausgewählt werden, wie lange der Standort geteilt werden soll. Beenden lässt sich die Freigabe ebenfalls in „Wo ist?“: Unter „Personen“ den jeweiligen Kontakt auswählen, auf „Meinen Standort nicht mehr teilen“ tippen und anschließend „Standort nicht mehr teilen“ bestätigen. Wichtig: Das Löschen der App beendet eine bestehende Standortfreigabe nicht automatisch. Zusätzlich lässt sich unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste prüfen und ändern, welche Apps Zugriff auf den Standort haben.
- Bei Android-Geräten funktioniert das Teilen des Standorts meist über Google Maps: Profilbild antippen, „Standortfreigabe“ auswählen, Dauer und Kontakt festlegen und die Freigabe starten. Beenden lässt sich die Freigabe an derselben Stelle über „Standortfreigabe“ und den jeweiligen Kontakt. In den Android-Einstellungen kann man außerdem unter Standort beziehungsweise App-Berechtigungen prüfen, welche Apps auf den Standort zugreifen dürfen.
- Auch Messenger und einzelne Apps bieten Standortfunktionen an. Hier gilt: Live-Standort ist nicht dasselbe wie ein einmalig gesendeter Standort. Wer nur mitteilen möchte, wo er oder sie gerade ist, sollte keinen dauerhaften Live-Standort aktivieren, zumal dies den Akku belasten kann. Sinnvoll ist zudem, Standortfreigaben nicht „für immer“ laufen zu lassen, sondern sie zeitlich zu begrenzen und nach Reisen, Verabredungen oder Ausnahmesituationen wieder auszuschalten.
Quelle
Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion - Stand: 8. Juni 2026