Wie Treibholz auf Asphalt – Junge Menschen erzählen von ihrem Leben auf der Straße

Autorin: Kobai Halstenberg
Illustratorin: Vanessa Mundle

Die Lektüre von "Wie Treibholz auf Asphalt" gehört für mich seit langem zu den bewegendsten Bucherfahrungen. Das Buch eröffnet eindringliche und authentische Einblicke in das Leben junger obdachloser Menschen. Es eröffnet Perspektiven, die man in dieser Form sonst kaum findet. Besonders berührend ist, dass die jungen Menschen selbst ihre Geschichten erzählen. Dadurch entsteht kein distanzierter Blick über sie, sondern ein unmittelbares Erzählen mit ihnen.

Die Vielfalt der Geschichten spiegelt die unterschiedlichen Hintergründe von Obdachlosigkeit wider und macht deutlich, wie komplex die Lebenswege sind. Genau das trägt dazu bei, eigene Vorurteile zu hinterfragen und ein tieferes Verständnis zu entwickeln. Für mich persönlich hat das Buch den Blick auf obdachlose Menschen im Alltag verändert und mich offener und empathischer werden lassen.

Durch die kürzeren, in sich abgeschlossenen Erzählungen ist das Buch sehr niedrigschwellig zu lesen. Gleichzeitig sollte man sich bewusst Zeit nehmen, um das Gelesene zu verarbeiten. Es eignet sich auch besonders gut, um es gemeinsam mit anderen zu lesen und anschließend darüber ins Gespräch zu kommen.

Trotz der oft schwierigen und erschütternden Lebensrealitäten trägt das Buch auch eine starke, beinahe ansteckende Hoffnung in sich. Einige der Erzählungen zeigen Menschen, die es geschafft haben, ihren Weg aus der Obdachlosigkeit zu finden, während andere noch mitten im Kampf stehen – aber nicht aufgeben. Diese Mischung aus Realität und Hoffnung macht das Buch besonders eindrucksvoll.

Insgesamt ist Wie Treibholz auf Asphalt ein wichtiges, bewegendes und sehr menschliches Buch, das lange nachwirkt und den Blick auf unsere Gesellschaft nachhaltig verändern kann.

Erschienen bei Fischer Sauerländer

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Autorin / Autor: Hannah K. - Stand: 4. Mai 2026