Wer war an meinem Smartphone?
BITKOM-Umfrage: Ein Viertel hat schon heimlich ins Partner-Handy geschaut
Hand aufs Herz: Habt ihr schonmal in das Handy eures Liebsten gelinst? Wenn ja, seid ihr ihr nicht allein, denn ob WhatsApp-Nachrichten, Social-Media-Accounts, Fotos oder Browserverlauf – das Smartphone der Partnerin oder des Partners scheint nicht für alle tabu zu sein. Ein Viertel derjenigen, die schon einmal in einer Beziehung waren, haben das Handy ihres oder ihrer Liebsten bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis durchsucht. Besonders verbreitet ist das heimliche Handy-Schnüffeln unter Jüngeren: Bei den 16- bis 29-Jährigen geben 43 Prozent an, schon einmal einen Blick in das Smartphone der oder des Liebsten geworfen zu haben. Die am häufgisten genannten Motive reichen von Neugier bis zum Verdacht aus Untreue. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.449 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
Demnach sagen 10 Prozent der Befragten mit Beziehungserfahrung, sie hätten das Smartphone ihrer Liebsten schon öfter heimlich durchsucht. 16 Prozent haben es vereinzelt getan, weitere 10 Prozent haben es zwar noch nie getan, können sich aber vorstellen, es künftig zu tun. 60 Prozent schließen die heimliche Durchsuchung des Partnerhandys aber kategorisch aus.
31 Prozent derjenigen, die schon einmal das Partner-Smartphone durchsucht haben, sagen, sie seien einfach neugierig gewesen. Genauso viele hatten den Verdacht, dass ihr:e Partner:in untreu ist. 25 Prozent vermuteten, dass der Partner oder die Partnerin bei einem anderen Thema unehrlich ist. 23 Prozent nennen frühere Vertrauensbrüche als Grund. 17 Prozent sagen, sie hätten grundsätzlich das Bedürfnis, genau zu wissen, mit wem der Partner oder die Partnerin schreibt.
Nach dem heimlichen Blick ins Handy folgt jedoch nicht nur Erleichterung. 25 Prozent fühlten sich danach bestätigt, 23 Prozent erleichtert. Gleichzeitig waren 22 Prozent enttäuscht, jeweils 20 Prozent hatten ein schlechtes Gewissen oder waren wütend. 18 Prozent sagen, es sei ihnen eher egal gewesen, 14 Prozent waren verunsichert.
„Das Smartphone ist für viele Menschen der persönlichste digitale Raum überhaupt, mit privaten Nachrichten und Fotos, aber auch mit Gesundheitsdaten, Zahlungsinformationen oder beruflichen Zugängen“, sagt Bitkom-Expertin Leah Schrimpf, Leiterin Digitale Gesellschaft. „Digitale Grenzen sind Beziehungssache und können gemeinsam besprochen werden. Manche Paare teilen Passwörter oder Standorte freiwillig, andere möchten bewusst getrennte digitale Räume behalten.“
Auch auf der anderen Seite haben viele entsprechende Erfahrungen gemacht: 16 Prozent aller Befragten geben an, dass ihr eigenes Smartphone bereits ohne ausdrückliche Erlaubnis von einer aktuellen oder ehemaligen Partnerin beziehungsweise einem Partner durchsucht wurde. Weitere 8 Prozent sind sich nicht sicher, vermuten es aber. Unter den 16- bis 29-Jährigen berichten 22 Prozent, dass ihnen dies bereits passiert ist. Mitunter geschieht die digitale Nähe aber auch freiwillig: 20 Prozent aller Befragten haben in einer Beziehung bereits ihre Social-Media-Passwörter mit Partner:innen geteilt.
Auch unabhängig von Partnerschaften gilt, die eigenen Geräte und Konten sollten regelmäßig auf Sicherheit und Zugriffsrechte überprüft werden. Dabei hilft zum Beispiel eine starke Displaysperre: Statt einfacher Muster oder kurzer PINs besser einen längeren Gerätecode verwenden und zusätzlich Fingerabdruck oder Gesichtserkennung aktivieren. Auch sollten Vorschauen auf dem Sperrbildschirm begrenzt werden und erst nach dem Entsperren sichtbar sein. Updates für Betriebssystem und Apps schließen Sicherheitslücken und sollten zeitnah installiert werden.
Und nicht nur Partner:innen lesen mit, auch Apps! Kontrolliert regelmäßig, welche Apps Zugriff auf Standort, Fotos, Kontakte oder Mikrofon haben und welche Geräte mit Apple-ID, Google-Konto, Messenger- oder Social-Media-Accounts verbunden sind. Teilt eure Passwörter nicht unbedacht! Zugangsdaten sollten grundsätzlich privat bleiben. Wer sie teilt, sollte dies bewusst tun und Passwörter bei Bedarf ändern.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 18. Mai 2026