Weniger Handy-Zeit für alle!

Umfrage: Breiter Konsens und Wunsch nach weniger Smartphonenutzung - nicht nur für Jugendliche

Liegen euch eure Eltern auch ständig in den Ohren, ihr solltet endlich mal das Handy weglegen? Wenigstens beim Essen oder auf der Toilette? Und fragt ihr euch dann manchmal auch, warum ihr ständig für eure Handyzeiten kritisiert werdet, während eure Eltern selbst ununterbrochen auf ihren Bildschirm starren und nur noch kurz irgendwas ganz Wichtiges erledigen, klären, nachgucken müssen? Mit diesen Gedanken seid ihr nicht allein.

Eine aktuelle Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt, dass quer durch die Bevölkerung auch das Handynutzungsverhalten von Erwachsenen kritisch betrachtet wird. Zwar stimmen die Befragten mehrheitlich weniger Smartphone-Zeit für Jugendliche unter 16 Jahren zu, zugleich sprechen sie sich jedoch für einen bewussteren Umgang bei Erwachsenen und insbesondere bei Eltern in Gegenwart ihrer Kinder aus.

93 Prozent sagen: Eltern, packt die Handys weg, wenn ihr mit euren Kindern zusammen seid

Der Umfrage zufolge sprechen sich 73 Prozent der Befragten dafür aus, dass Erwachsene ihre Smartphone-Nutzung in der Freizeit stärker begrenzen. Besonders ausgeprägt ist diese Ansicht bei Menschen mit Abitur (83 Prozent) sowie bei den über 50-Jährigen (81 Prozent).

Die größte Zustimmung erhält die Aussage, dass Eltern in Gegenwart ihrer Kinder weniger Zeit am Smartphone verbringen sollten. Insgesamt sind 93 Prozent der Befragten dieser Ansicht – und zwar über alle Bildungs- und Altersgruppen hinweg. Unter Eltern findet diese Position eine ebenso hohe Zustimmung.

Die Forscher:innen sehen in den Ergebnissen einen bemerkenswert breiten Konsens und den Wunsch der Bevölkerung nach weniger Smartphone-Zeit - "...und zwar gleichermaßen für Kinder, Erwachsene im Allgemeinen und Eltern im Speziellen“, erklärt Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des BiB.

Die Ergebnisse stellen zudem die Vorbildrolle von Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen in den Vordergrund. „Familien sind der erste Bildungsort von Kindern. Hier werden soziale Interaktionen erlernt und zwischenmenschliche Beziehungen geprägt. Die große Präsenz von Smartphones bei Eltern verändert das Zusammenleben und hat unweigerlich Vorbildwirkung auf die Kinder“, so Spieß. Ein bewussterer Medienumgang im Familienalltag könne vor allem dann glaubwürdig vermittelt werden, wenn Erwachsene ihn selbst vorlebten.

Sollten eure Eltern euch also demnächst wieder mit eurer Handyzeit gängeln, dann haltet ihnen einen Spiegel vor und fordert ein, dass sie dann wenigstens ebenfalls das Handy weglegen und etwas Nettes mit euch unternehmen ;-).

Über das Pilotprojekt

Die Pilotstudie „SENSE“ (Soziale Einstellungen zur Nutzung von Smartphones und deren Einschränkung an Schulen) wurde von der Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM) im Auftrag des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) im Februar 2026 durchgeführt. Befragt wurden deutschlandweit insgesamt 415 Personen ab 18 Jahren.

Quelle

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung - Stand: 29. Mai 2026