Wem gehört das Bauchgefühl?

Bildungsforscher untersuchten stereotype Einstellungen zur Intuition

Wenn es um Feinfühligkeit, ein gutes Gespür für die Dinge jenseits von Fakten - kurz die Intuition - geht, wird diese Fähigkeit traditioneller Weise eher den Frauen zugeschrieben. Entscheidungen nach Vernunftkriterien gelten nach diesen Stereotypen als männlich. Doch gehört diese Ansicht nicht längst in die Vergangenheit? Was davon glauben die Deutschen eigentlich noch? Das wollten Wissenschaftler um Gerd Gigerenzer am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wissen und fragten insgesamt 1.016 deutsche Frauen und Männer. Dabei ging es sowohl um das Privat- als auch das Berufsleben. Die Ergebnisse sind überraschend. Wenn es um die Wahl des richtigen Lebenspartners geht, ist die Mehrzahl der Frauen überzeugt, dass sie den besseren Riecher haben. Und die deutschen Männer geben ihnen recht. Umgekehrt vertrauen nur 14 Prozent der Männer ihrem eigenen Bauchgefühl bei der Partnersuche. Auch bei anderen persönlichen Fragen trat dieser Unterschied zutage.

Intuition beim Aktienkauf
Beim Aktienkauf an der Börse dreht sich das Verhältnis dann um. Hierbei glauben nur 11 Prozent der Frauen, dass sie ein besseres Gespür hätten – und noch weniger Männer vertrauen ihnen in der Frage. Allerdings spiegeln diese Stereotype keinesfalls die Wirklichkeit wider: Männer wissen zwar meist mehr über den Aktienmarkt, aber das beschert ihnen keine besseren Intuitionen. Andere Studien zeigen keinen Unterschied oder sogar leicht erfolgreichere Investitionen von Frauen.

Bauchgefühl im Berufsleben
Interessant ist die Selbsteinschätzung von Männern und Frauen, wenn es um die soziale Interaktion im Berufsleben geht. Hier glauben beide Geschlechter, dass sie die bessere Antenne im Führen von MitarbeiterInnen haben als das jeweils andere Geschlecht. Allerdings sieht auch großer Teil hier keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern.

Stereotype sind keine Altersfrage
Unerwartetes brachte aber auch die Analyse des Alters: Wer stereotypes Denken nur den Älteren zuschreibt, irrt, denn junge wie ältere Deutsche äußerten die gleichen Vorurteile über Intuition. „Dies weist darauf hin, dass wir von einem aufgeklärten Umgang mit Intuition noch weit entfernt sind. So gut wie jeder Manager und Arzt trifft ständig Bauchentscheidungen, aber man hat Angst, das öffentlich zu sagen. Intuition wird immer noch mit Willkür, einem sechsten Sinn, oder weiblicher Natur gleichgesetzt“, sagt der Hauptautor Gerd Gigerenzer, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Stereotype über weibliche Intuition seien möglicherweise eine der Ursachen, warum es in Deutschland immer noch relativ wenig Frauen in den Führungsspitzen der Wirtschaft und Wissenschaft gäbe.

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Autorin / Autor: Redaktion /Pressemitteilung - Stand: 27. Februar 2014
 
 
 

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