Die umweltfreundliche Funktionsjacke

Forschung: Natürliches Wachs macht Textilien atmungsaktiv und wasserfest - ohne giftige Chemikalien

(c) Valeria Azovskaya

Funktionsjacken haben um diese Jahreszeit Hochkonjunktur. Wer wünscht sich nicht eine leichte und bequeme Jacke, die vor Wind schützt und wasserabweisend ist, aber in der man trotzdem nicht so erbärmlich schwitzt wie in herkömmlichen Plastikregenjacken. Funktionsjacken sind darum überaus beliebt, haben aber ein echtes Problem. Ihre Beschichtung ist in der Regel als alles andere als umweltfreundlich. Vor allem Perfluorcarbone (PFC), auch Fluorcarbone genannt, gelten als bedenklich. Sie sind schlecht abbaubar,  belasten die Umwelt, reichern sich in Organismen an und gelten zumindest teilweise als gesundheitsschädlich. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest (9/19) waren von 11 Funktionsjacken acht mit diesen Stoffen belastet.

Wasserabweisend, atmungsaktiv, ökologisch
Weil aber immer mehr Konsument_innen Wert auf die Unbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit der Textilien Wert legen, machen sich endlich auch immer mehr Forscher_innen und Unternehmen auf die Suche nach Alternativen zu Kunststoffen und bedenklichen Chemikalien. Ein Team um  Nina Forsman von der finnischen Universität Aalto hat nun eine spezielle, biologische Wachsbeschichtung entwickelt, die nicht nur wasserabweisend ist, sondern auch atmungsaktiv ist und dabei den Stoff nicht allzu steif werden lässt, wie es bisher bei Wachsbeschichtungen oft der Fall ist.

Atmungsaktiver als kommerzielle Produkte zur Imprägnierung
Grundlage der Beschichtung ist Carnaubawachs, das bereits häufig für Beschichtung von Tabletten und Lebensmitteln eingesetzt wird und aus der südamerikanischen Carnauba-Palme gewonnen wird. Bisher war es aber schwierig, das Wachs auf Zellulosefasern oder Baumwolle aufzubringen, weil die negativ geladenen Teilchen im Wachs und im Stoff sich gegenseitig abstoßen und dafür bisher ein recht teures Protein zugesetzt werden musste. Nun haben die Forschenden aber herausgefunden, dass sich auch ein preiswerterer Bestandteil der Stärke hierfür nutzen lässt. Gerade auf natürlichen Textilien funktioniert die Beschichtung gut, die Textilien waren wasserabweisend, dabei aber atmungsaktiv. Bei kommerziellen Produkten zur Imprägnierung sank die Atmungsaktivität hingegen stärker.

Besprühgen, tunken, pinseln
Die einzige Schwachstelle: Gegen Waschmittel ist die ökologische Wachsbeschichtung nicht gefeit. Weil aber die Beschichtung durch Aufsprühen oder Bepinseln einfach wieder aufgetragen werden kann, ist auch ein Kontakt mit Waschmittel keine Katastrophe. Und für die massenhafte Produktion soll die Beschichtung auch geeignet sein. Bleibt zu hoffen, dass es solche ökologisch imprägnierten und atmungsaktiven Textilien dann auch bald in die Läden schaffen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 7. Oktober 2019
 
 
 

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