Suchtpotenzial Binge Watching

Forschung: Wann Serien und Reality-TV abhängig machen

Manchmal geht es einfach nicht anders - man muss unbedingt noch die nächste Folge und die danach und die übernächste auch noch gucken. Serien haben eben ein gewisses Suchtpotenzial. Aber wieso eigentlich? Das wollten Wissenschaftler_innen an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und an der SRH Hochschule Heidelberg wissen und führten zu dem Thema zwei Online-Befragungen mit jeweils 100 Personen durch.

Mein Freund, der Serienheld
Dabei stellte sich heraus, dass wir in Serien eine Beziehung zu den dort agierenden Charakteren aufbauen und uns mit ihnen identifizieren. Dadurch entwickeln wir ein soziales Zugehörigkeitsgefühl, was wiederum dafür sorgt, dass wir süchtig werden können nach Fernsehserien. „Die Zuschauerinnen und Zuschauer betrachten die Figuren der Serien als vertraute Freunde, an deren Leben sie gefühlten Anteil haben und wollen mehr davon“, erklärt Prof. Dr. Ernst, Professor für Wirtschaftsinformatik und BWL. Eine solche Beziehung zu fiktiven Figuren werde vor allem dann aufgebaut, wenn wir Parallelen zu unserer eigenen Person finden oder unser Leben mit dem der Serienfigur vermischen. „Das führt zum sogenannten ‚Binge Watching‘, das Sehen mehrerer Serienfolgen am Stück“, so Ernst. „Die Zuschauerinnen und Zuschauer fühlen sich akzeptiert und weniger alleine, sie können deshalb nicht aufhören, sich eine bestimmte Fernsehserie anzusehen.“

Was ist reizvoll an Reality TV?
Die zweite Befragung bezog sich auf das sogenannte Reality TV, das schon seit den 1990er Jahren zu den erfolgreichsten Fernsehformaten gehört. Viele dieser Sendungen basieren auf Drehbüchern, die häufig Konflikte sozial oder gesellschaftlich benachteiligter Menschen in den Mittelpunkt stellen. Die Befragung „A study on the role of self-esteem in reality TV addiction“ ist der Frage nachgegangen, was Zuschauer_innen an Reality TV reizt, und ob Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl eher eine Sucht nach diesem Fernsehformat entwickeln als andere.

Tatsächlich kamen die Forscher_innen zu dem Ergebnis, dass die Sucht nach Reality TV eher mit einem geringem Selbstwertgefühl zusammenhängt, wobei Menschen, die selbstbewuster sind, eher nach einem sozialen Zugehörigkeitsgefühl streben, das wiederum die Sucht nach Fernsehserien begünstige, erklärt Ernst. Der Befragung lag die Annahme zugrunde, dass weniger Selbstbewusste eher nach einer gewissen Selbstoptimierung streben. So könnte Reality TV dazu dienen, dass sie ihre eigene Lebenssituation mit dem Leben von weniger erfolgreichen Personen, die im Fernsehen dargestellt werden, vergleichen, um ihr subjektives Wohlbefinden zu steigern.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 8. Oktober 2018
 
 

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