Steuer auf Süßgetränke?

Weltgesundheitsorganisation macht sich für Sondersteuer stark

Verbraucherorganisationen und Ärztevereinigungen fordern immer wieder, Süßgetränke stärker zu besteuern. Kürzlich hatte die Verbraucherschutzorganisation foodwatch vorgerechnet, dass in Deutschland mehr als jeder zweite Softdrink überzuckert sei und darum gefordert, Süßgetränke mit einer Steuer von 20-30 Cent pro Liter zu versehen. Der Kinder- und Jugendärzteverband schloss sich der Forderung an. Nun plädiert auch die Weltgesundheitsorganisation dafür, stark zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limo und Enegerydrinks mit einer Sondersteuer zu belegen. Wird es nun ernst? Werden Cola, Limo & Co. bald zum Luxusgetränk? In einer frisch veröffentlichten repräsentativen foodwatch-Umfrage hat sich zumindest die Mehrheit der befragten Verbraucher_innen in Deutschland dafür ausgeprochen. In anderen Ländern wird dies ebenfalls diskutiert und teilweise auch schon umgesetzt.

20% mehr Steuern, 20% weniger Konsum?
Die WHO ist sicher, dass Steuererhöhungen von mindestens 20% dazu führen, dass auch etwa 20% weniger zuckerhaltige Getränke konsumiert werden. Vor ihrer Empfehlung hatten sie von Steuerexpert_innen entsprechende Daten aus unterschiedlichen Ländern auswerten und diskutieren lassen, inwieweit Steuern gesunde Ernährung positiv beeinflussen können.

Mit einer Reduktion des Konsums zuckerhaltiger Getränke könne der Konsum von Zucker und Kalorien allgemein reduziert werden und so Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Zahnerkrankungen vorgebeugt werden. Zugesetzter Zucker, also solcher, der nicht auf natürliche Weise in Früchten, Honig oder Sirups enthalten ist, wird vor allem verantwortlich gemacht für die weltweite Zunahme von Übergewicht. 2014 sei mehr als einer von drei über 18-Jährigen übergewichtig gewesen. Die WHO empfiehlt darum, maximal 5% des täglichen Energiebedarfs durch Zucker abzudecken (bisher wurden max. 10% empfohlen). Das entspricht weniger als einem Glas herkömmlicher Limonade oder Cola.

Da sich der Zuckerkonsum durch Süßgetränke noch zu all dem addiert, was man sonst so isst und trinkt, sind sie eine wichtige Quelle für überflüssige Kalorien. Menschen aus Haushalten mit geringerem Einkommen, aber vor allem Kinder und Jugendliche könnten durch Steuererhöhungen dazu gebracht werden, weniger Süßgetränke zu kaufen. Und sie würden auch am meisten von den gesundheitlichen Vorteilen einer Zuckerreduktion profitieren.

Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 13. Oktober 2016