Sprachverrohung ist nicht geil

VBE: Wichser und Schlampen gehören zunehmend zum Alltagsvokabular von Schüler_innen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg prangert die zu­nehmende Verrohung der Sprache an, die vor allem in den Talent- und Talkshows der Privatsender, in einschlägigen Filmen, bisweilen in der Werbung und beson­ders in den sozialen Netzwerken Alltag und somit scheinbar normaler Umgangston ist. Wenn rund jedes fünfte Kind bei seiner Einschulung unter Spracharmut leide, entwickle sich der Wortschatz dieser Schüler durch schlechte Vorbilder obendrein auch noch in die falsche Richtung, bemängelt der VBE-Sprecher Michael Gomolzig.

Vor allem der Umgangston in nachmittäglichen Gerichtssendungen im Privatfernsehen, in Talent- und Talkshows sowie in den sozialen Netzwerken stößt dem Verband Bildung und Erziehung übel auf. Mit Sprüchen wie „Geiz ist geil“, „Lasst euch nicht verarschen“ und „Ohne Scheiß“ sugge­riere die Werbung jungen Menschen, dass solche Parolen geläufige Ausdrucksweisen seien. Weil durch eine primitivere Umgangssprache auch die Hemmschwelle für verbale Attacken sinke, sei dies besorgniserregend - auch weil bei Kindern und Jugendlichen vor körperlicher Gewalt meist verbale Aggressionen stünden.

Auch bei Ausdrücken wie „Wichser“, „Spast“ und „Schlampe“, die heutigen Schüler_innen wie selbstverständlich über die Lippen gehen, hält der VBE es für wichtig, dass im Elternhaus und in der Schule frühzeitig und verstärkt Wert auf einen „guten Umgangston“ gelegt wird. Dabei gehe es nicht darum, den Kindern und Jugendlichen ihren eigenen Jargon auszureden, mit dem sie sich be­wusst oder unbewusst von den Erwachsenen abgrenzen wollen.
Es müsse jedoch nicht jedes Alltagsmissgeschick mit „Scheiße“ kommentiert werden, kritisiert der VBE-Spre­cher den inflationären Gebrauch von Kraftausdrücken sogar in der Schule und fordert mehr Nachdenklichkeit sowie einen wieder bewussteren Einsatz von Sprache.

Eine gute Ausdrucksfähigkeit und ein höflicherer Umgangston seien erstrebenswerte fächerübergreifende Lernziele und Kompetenzen, die nicht nur für die Berufsfindung notwendig sind.

Auch der Duden macht mit
Vielleicht muss man dabei aber auch nicht immer nur auf die privaten Sender schauen. Sieht man sich beispielsweise das jüngts erschienene "100% Jugendsprache 2017"-Buch des ehrwürdigen Duden-Verlags an, dann lernt man, dass Ausdrücke wie "fickbar", Fikkinator ("männliche Schlampe"), Spassi ("Zusammensetzung aus Spast und Assi") oder "Bitch, please" offenbar sogar wert sind, in ein eigenes (tooootal witziges und jugendgerechtes) Lexikon aufgenommen zu werden.

Quelle:

Autorin / Autor: Pressemitteilung / redaktion - Stand: 8. November 2016
 
 

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