Spielsachen fair machen!

Kampagne macht auf unmenschliche Zustände in chinesischer Spielzeugproduktion aufmerksam

Weihnachten steht vor der Tür und Menschenmassen schieben sich durch die Kaufhäuser. Für viele Kinder die tollste Zeit im Jahr, voller Vorfreude auf bergeweise Spielsachen, von Barbie bis zum Spongebob-Bettzeug. Für all die aber, die die kunterbunten Plastikspielsachen made in China für unseren Markt produzieren, ist es sicher nicht die schönste Zeit im Jahr: 15-Stunden-Schichten für einen Hungerlohn, gesundheitsgefährdende Abreitsbedingungen, fehlende Sozialversicherung. So sieht der Alltag aus für zahlreiche Beschäftigte in China, die für die Spielwarengiganten Mattel, Disney & Co. Kinderträume aus Plastik wahr werden lassen.

Die österreichische Agentur Südwind will gemeinsam mit vier weiteren Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) mit der Kampagne “Stop toying around!”, die in Österreich "Spielsachen fair machen" heißt, auf die unerträglichen Misstände aufmerksam machen:

"Elf bis zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche für einen Hungerlohn und unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen - so sieht der Arbeitsalltag von ca. drei Millionen ChinesInnen aus, die in tausenden Fabriken über 80% der bei uns verkauften Spielsachen herstellen. Die Gewinner dieses Spieles heißen Mattel, Disney oder Carrera und können auch heuer in der der Vorweihnachtszeit wieder mit Umsatzzuwächsen rechnen, denn bei Kindern wird auch in Krisenzeiten als letztes gespart", kritisiert die Südwind-Kampagne und fordert die Einhaltung des nationalen (chinesischen) Arbeitsrechts. Dieses untersagt Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder Dikriminierung, sieht einen schriftlichen Vertrag und eine Sozialversicherung vor und verbietet exzessive Arbeitszeiten.
Die Kampagne fordert darüber hinaus unter anderem Löhne, von denen die ArbeiterInnen und ihre Familien auch leben können und Verantwortung für die Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen in ihrer gesamten Zulieferkette.

Was ihr tun könnt
Ihr möchtet unterm Weihnachtsbaum keine Geschenke finden, für die andere Menschen sich für einen Hungerlohn abgeschuftet haben? Dann informiert euch über die Produzenten, wo und unter welchen Bedingungen sie ihr Spielzeug produzieren lassen und ob sie den freiwilligen Verhaltenskodex des Weltverbandes der Spielzeugindustrie (International Council of Toy Industries; ICTI) anerkennen und auch umsetzen. Auskunft gibt darüber z.B. die Aktion "fair spielt" (siehe Links).

Zeigt den Herstellern durch wiederholtes und hartnäckiges Nachfragen im Einzelhandel und Unterstützung von E-Mail-Protest-Aktionen, dass ihr eure Spielfreude nicht auf dem Rücken von ArbeiterInnen in Billiglohnländern austragen möchtet.

Mit gutem Gefühl könnt ihr Produkte kaufen, die aus europäischer Produktion stammen oder die das fairtrade-Siegel tragen. Eine andere schöne Alternative sind natürlich selbstgemachte Geschenke, so lange die "Zutaten" dafür nicht ähnlich problematisch sind.

Dann steht einem wirklichen Fest der Liebe rein gar nichts mehr entgegen, auch wenn die Werbung uns auf penetranteste Art weis machen will, Weihnachten sei eine Art Konsum-Kampf, der "unter dem Weihnachtsbaum entschieden wird". Aber das kann ja zum Glück, jede/r für sich selbst entscheiden.

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Stand: 6. Dezember 2011
 
 
 

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