Solidarität ist (über-)lebenswichtig

Kommentar: Warum der Internationale Frauentag nicht von gestern ist

"Wer braucht denn heute noch Feminismus? Ihr Frauen seid doch alle gleichberechtigt, also greift auch zu und rennt nicht dauernd auf die Straße und fordert eure Rechte!" Solche und schlimmere Kommentare ernten Frauen (und Männer), die es heutzutage immer noch wagen zu behaupten, Frauen und Mädchen seien benachteiligt. Und wer sich dafür einsetzt, dass dieser Zustand endlich beendet wird, leidet unter vermeintlichem "Genderwahn". Der Wind, der Frauen entgegenschlägt, die sich laut und deutlich für ein Ende der Diskriminierung, der Unsichtbarmachung von Frauen und der Gewalt gegen sie aussprechen, ist ziemlich rauh geworden. Dazu tragen Online- und Offline-Stammtischtäter genauso bei wie Pegida/AFD-Anhänger, autokratische Staatsoberhäupter in der ganzen Welt und leider auch Frauen selbst.

Der Hass gegen Frauen, die gleiche Rechte einfordern, scheint tief verwurzelt zu sein und manchmal erscheint er mir unausrottbar, denn selbst wenn es wie in demokratischen Systemen eine Weile bergauf ging für uns Frauen, geht's spätestens nach ein paar Jahren wieder schwindelerregend schnell bergab und Frauen sind oftmals die ersten, die Einfluss und Macht wieder verlieren (wenn sie sie denn jemals besaßen). "Weltweit werden Tradition, kulturelle Werte und Religion dazu missbraucht, die Rechte der Frauen zu beschneiden, Sexismus zu etablieren und frauenfeindliche Verhaltensweisen zu verteidigen." sagt UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Erklärung zum Internationalen Tag der Frau am 8. März 2017.

Aber Einfluss und Macht sind schon luxuriöse Zustände, von denen die Mehrheit der Frauen weltweit gar nicht erst zu träumen wagt. Für sie ist der schiere Kampf ums Überleben angesagt. Auch hierzu Guterres: "Die Rechte der Frauen an ihren eigenen Körpern werden infrage gestellt und untergraben. Frauen werden regelmäßig das Ziel von Einschüchterung und Belästigung, sowohl im Cyberspace als auch im echten Leben. In den schlimmsten Fällen bauen Extremisten und Terroristen ihre Ideologien rund um die Unterdrückung von Frauen und Mädchen auf und setzen sie sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt, Zwangsheirat und faktischer Versklavung aus." So sind mindestens 50 Prozent aller Flüchtenden weltweit Frauen und Mädchen. Zu den politischen und religiösen Fluchtgründen, kommen bei ihnen noch Witwenverbrennungen, Genitalverstümmelung oder Vergewaltigungen hinzu. Auch auf der Flucht selbst, sind sie vor Gewalt, Ausbeutung und sexueller Belästigung nicht sicher - durch Schmuggler, durch männliche Flüchtlinge, aber auch durch Sicherheitsleute, die in europäischen Unterkünften arbeiten.

Aber zum Thema Gewalt wird ja schon an anderen Frauen-Tagen einiges gesagt. Beim 8. März geht es hauptsächlich um den Kampf für mehr Gleichberechtigung. Sinn seiner Einführung war ja ursprünglich, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen zu erkämpfen. Während ersteres fast überall - bis auf den Staat Vatikanstadt oder das Sultanat Brunei in Südostasien - durchgesetzt ist, werden die Rechte von Arbeiterinnen weiter mit Füßen getreten, seien es die der "Schlekker-Frauen" hierzulande oder der weiblichen Beschäftigten in der Textilindustrie, die in Indien, Bangaldesh oder Pakistan unsere 5-Euro-T-Shirts herstellen. Ach, und wusstet ihr, dass Frauen bis zum 18. März sogar quasi ganz unbezahlt arbeiten? An diesem Tag ist nämlich der Equal-Pay-Day, der auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen von zurzeit 21 % aufmerksam machen will.

Es gibt, wie wir sehen, leider immer noch viel zu viele Gründe für einen internationalen Frauentag, auch wenn es nur wenige wahr haben wollen. Solange Frauen und Mädchen irgendwo auf der Welt basale Menschenrechte wie körperliche und seelische Unversehrtheit, Bildung, angemessene Entlohnung, Gesundheit verwehrt sind, sollte keine und keiner schweigen - auch wenn wir damit Hasskommentare ernten!

Weitere Infos:

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 8. März 2017
 
 
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