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Studie: KI kann in emotionalen Gesprächen ein Gefühl von Nähe erzeugen

Habt ihr auch schonmal mit ChatGPT oder anderen KIs vertrauliche Gespräche über eure Gefühle geführt? Ihr seid vermutlich nicht die einzigen und wie eine Studie von Forschenden der Universitäten Freiburg und Heidelberg zeigt, führt künstliche Intelligenz (KI) in emotionalen Gesprächen zu überraschenden Effekten. Unter bestimmten Bedingungen empfanden Studien-Teilnehmende gegenüber der KI sogar mehr Nähe als zu Menschen.

Prof. Dr. Markus Heinrichs und Dr. Tobias Kleinert vom Institut für Psychologie der Universität Freiburg sowie Prof. Dr. Bastian Schiller vom Psychologischen Institut der Universität Heidelberg machte zwei Online-Studien, bei denen sie insgesamt 492 Teilnehmende Chat-Unterhaltungen führten ließen, in denen sie persönliche und emotionale Fragen beantworteten. Thema waren zum Beispiel wichtige Lebenserfahrungen oder Freundschaften. Die Reaktionen auf die Erzählungen stammten entweder von einem Menschen oder einem KI-basierten Sprachmodell. Zusätzlich untersuchten die Forschenden, welchen Einfluss die Information hat, ob es sich beim Gesprächspartner um einen Menschen oder eine KI handelt.

Das Ergebnis

Die Forschenden stellten fest: KI-Antworten erzeugten insgesamt ein vergleichbares Gefühl von Nähe wie Antworten eines Menschen, allerdings nur dann, wenn die Teilnehmenden nicht wussten, dass sie mit einer KI kommunizieren. In emotionalen Gesprächen übertraf die KI sogar Menschen: Hier empfanden Teilnehmende gegenüber der KI mehr Nähe als zu Menschen – vor allem, weil die KI mehr persönliche Informationen preisgab. Erhielten die Testpersonen jedoch vorab die Info, dass sie mit einer KI kommunizieren werden, sank die empfundene Nähe deutlich und sie investierten weniger Mühe in ihre Antworten.

Ethische Leitlinien nötig

„Besonders überrascht hat uns, dass KI gerade bei emotionalen Themen mehr Nähe erzeugt als menschliche Gesprächspartner“, erklärt Studienleiter Schiller. Erstautor Kleinert ergänzt: „Die KI zeigte in ihren Antworten ein höheres Maß an Selbstoffenbarung. Menschen scheinen bei unbekannten Gesprächspartnern zunächst vorsichtiger zu sein, was die Entwicklung von Nähe anfangs bremsen könnte.“

Die Ergebnisse zeigen großes Potenzial für KI in Bereichen wie psychologische Unterstützung, Pflege, Bildung oder Beratung, etwa als niedrigschwellige Gesprächsangebote. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass Menschen emotionale Bindungen zur KI aufbauen könnten, ohne es bewusst wahrzunehmen. Die Forschenden betonen daher die Notwendigkeit klarer ethischer und regulatorischer Leitlinien, um Transparenz sicherzustellen und Missbrauch zu verhindern.

Sinnvolle Ergänzung oder Werkzeug zur Manipulation?

„Soziale Beziehungen haben nachweislich große positive Effekte auf die menschliche Gesundheit“, sagt Heinrichs. „Gerade für Menschen mit wenigen sozialen Kontakten könnten KI-Chatbots daher positive, beziehungsähnliche Erfahrungen ermöglichen. Gleichzeitig müssen solche Systeme verantwortungsvoll, transparent und klar regulierbar gestaltet sein, da sie auch missbräuchlich eingesetzt werden können.“

Künstliche Intelligenz werde zunehmend zu einem sozialen Akteur, so Schiller: „Wie wir sie gestalten und regulieren wird darüber entscheiden, ob sie soziale Beziehungen sinnvoll ergänzt – oder ob emotionale Nähe gezielt manipuliert wird.“

Die Ergebnisse sind in Communications Psychology erschienen.

Quelle

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 30. Januar 2026