Schlechte Böden - Niedrige Ernten

Faktoren wie Erosion, Austrocknung und Verdichtung der Böden gefährden die Ernährung weiter Teile der Erdbevölkerung. Forschende der Universität Bonn quantifizieren erstmals weltweit die Auswirkung auf die Agrarproduktion.

Bodenverdichtung durch Landmaschinen - gehört zu den in der Studie untersuchten Degradationsprozessen. © Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Durch Brandrodung, Überdüngung oder den Anbau riesiger Monokulturen gefährdet der Mensch nicht nur die Artenvielfalt der Ökosysteme. Viele gängige Ackerbau-Praktiken beeinträchtigen langfristig auch die Bodenqualität. Andere menschgemachte Krisen wie der Klimawandel verschärfen dieses Problem noch: Durch Stürme und Starkregen wird der fruchtbare Oberboden verweht oder weggeschwemmt. Gleichzeitig sinken die Grundwasserspiegel - unter anderem, weil Niederschläge häufig so geballt fallen, dass sie abfließen, statt zu versickern. Ließe sich die von Menschen verursachte Boden-Degradierung um zehn Prozent zurückdrehen, könnten die Anbaugebiete rund um den Globus rein rechnerisch rund 70 Millionen Personen zusätzlich versorgen.

Degradierte (verschlechtere) Böden sind weniger fruchtbar. Wie gravierend dieser Effekt ist und welche Auswirkung er auf die Ernteerträge hat, war aber bislang umstritten. „Wir haben nun erstmals den Versuch gemacht, die Folgen der Degradierung für sämtliche Anbaugebiete rund um den Globus zu quantifizieren“, erklärt Dr. Hadi Hadi Mitautor der aktuellen Studie der Universitäten Bonn, Minnesota, Basel und der Technischen Universität Hamburg.

Welche Ernten wären auf unbeeinflussten Böden möglich?

Die Beteiligten haben sich darin zunächst die Frage gestellt, wie hoch die Ernten ohne Degradierung in der Praxis ausfallen könnten. In einem ersten Schritt teilten sie dazu sämtliche Anbaugebiete der Erde in Quadrate von zehn Kilometern Kantenlänge auf. „Wir haben dann Quadrate gesucht, in denen ähnliche Bedingungen herrschen - also etwa vergleichbare Niederschlagsmengen und Temperaturen“, erklärt Hadi. „In diesen Gebieten haben wir die Erträge verglichen.“

Gute Nachricht: Die Verschlechterung der Böden lässt sich aufhalten und sogar umkehren

„Insgesamt zeigen die Ergebnisse, wie wichtig die Bodenqualität für die Versorgung mit Agrarprodukten ist“, sagt Wuepper, der auch Mitglied im Exzellenzcluster PhenoRob sowie im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Sustainable Futures“ der Universität Bonn ist. Hoffnung macht in diesem Zusammenhang eine weitere aktuelle Studie seiner Arbeitsgruppe: Darin konnten die Forscher zeigen, dass sich die Boden-Degradierung durch nationale Regulierungen und Agrarumwelt¬zahlungen bremsen oder sogar umkehren lässt. Dass die Böden durch intensive landwirtschaftliche Nutzung immer schlechter werden, ist also kein unausweichliches Schicksal.

Quelle

Was denkst du darüber?

Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung - Stand: 24. Juli 2026