Weniger Abwechslung, aber dafür aus der Nähe
Studie: Wer weiß, wie man's kocht, kauft mehr saisonal ein und nimmt weniger Vielfalt auf dem Teller in Kauf
Erdbeeren und frischer Tomatensalat im Winter? Trauben im April? Wir lieben Vielfalt auf unserem Teller, machen uns aber kaum noch Gedanken darüber, wann und wo die Lebensmittel, die uns so gut schmecken überhaupt wachsen. Dabei ist Saisonalität für viele offenbar wichtig, wenn man sie fragt und wird beim Einkauf häufig berücksichtigt - schon allein aus Klimagründen. Tatsächlich ist die Umsetzung des guten Vorsatzes aber schwieriger als man denkt, insbesondere dann, wenn ganze Mahlzeiten saisonal gestaltet werden sollen. Wissen über saisonale Lebensmittel ist zwar vorhanden, reicht aber allein nicht aus, um sich konsequent mit Lebensmitteln zu versorgen, die aus der Nähe kommen und zum jetzigen Zeitpunkt wachsen. Ein Team der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) befragte im November 2025 insgesamt 3001 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ob sie eine saisonal bedingt kleinere Auswahl an Obst und Gemüse als Einschränkung empfinden würden, oder nicht.
Wie geringere Lebensmittel-Auswahl ankommt
Erstaunlicherweise bewertete die Mehrheit ein stärker saisonal ausgerichtetes Lebensmittelangebot positiv oder neutral. Viele Konsument:innen trauen sich zudem zu, auch mit weniger Auswahl abwechslungsreich zu kochen. Aber es muss auch alltagstauglich sein: «Wer weiß, wie man mit saisonalen Lebensmitteln kocht und plant, akzeptiert eine kleinere Auswahl deutlich eher», sagt ZHAW-Studienleiterin Pia Furchheim. Die Studie zeigt auch, dass ältere Menschen eine geringere Auswahl bei saisonalen Lebensmitteln deutlich eher akzeptieren als jüngere (87.6 Prozent bei über 60-Jährigen vs. 69.9 Prozent bei 18- bis 39-Jährigen).
Was koche ich wann und womit?
Um regionale und saisonale Ernährung zu verankern, braucht es vor allem praktische Orientierung im Alltag. Befragte wünschen sich, dass saisonale Produkte klar gekennzeichnet sind, dass transparent darüber informiert wird, wann und warum bestimmte Lebensmittel nicht verfügbar sind, und dass es einfache Hilfestellungen für Einkauf und Planung gibt - wie zum Beispiel Rezepte. Die Bereitschaft zur Veränderung ist vorhanden – entscheidend ist, wie gut sich saisonale Ernährung im Alltag umsetzen lässt. «Für Handel und Kommunikation ergibt sich daraus ein klarer Auftrag», bewertet Furchheim die Ergebnisse.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 21. April 2026