Rap toppt die Beatles

Popmusik-Evolution: Einzug des Hip-Hop brachte die größten musikalischen Veränderungen

Pop, wie er entstanden ist, wer ihn voranbrachte oder revolutionierte, welche Mode er beeinflusst hat und von welcher er selbst beeinflusst wurde - das ist immer wieder Gegenstand zahlreicher Erörterungen, Mutmaßungen und Interpretationen. Bislang hat sich jedoch kaum jemand diesem Thema streng statistisch genähert und wirklich belastbare Daten geliefert.

Diese Lücke haben nun die britischen Forscher Matthias Mauch, Robert M. MacCallum, Mark Levy und Armand M. Leroi gewidmet. Die Evolutionsbiologen und Comupterwissenschaftler haben in einer gemeinsamen Studie ihre Theorie von der Evolution des Pop auf wissenschaftliche Füße gestellt, indem sie die Billboard Charts von 1960 bis 2010 systematisch auswerteten.
In ihrer Fragestellung gingen sie vor, wie Evolutionsbiologen vorgehen würden: sie wollten wissen, ob die Vielfalt der Popmusik zu- oder abnimmt und ob der Wandel kontinuierlich von statten geht oder nicht, und wenn nicht kontinuierlich, wann und warum kommen dann überhaupt Änderungen zustande? Auf gut deutsch: Wird Popmusik immer eintöniger? Und welche Musikrichtungen haben wirklich neue Impulse gebracht? Dafür analysierten sie über 17.094 Songausschnitte im Hinblick auf musikalische Kriterien wie das Arrangement, die Klangfarbe, den Rhythmus, die Harmonien usw.

Ihre wichtigsten Erkenntnisse:
Die Vielfalt der Popmusik nimmt insgesamt nicht ab und es zeichnen sich auch keine widerkehrenden evolutionären Zyklen ab. Eher sind es immer wieder einmalige Veränderungen in der Art, wie Musik gemacht wird, die die Vielfalt der Popmusik zum Explodieren brachten.

Beatles und Stones machten bestehende Trends populär
Insgesamt machten die Forscher im Untersuchungszeitraum 1960-2010 drei Musikrevolutionen aus: 1964, 1983 und 1991.
Anders als viele glauben, waren - zumindest aus statistischer Sicht - aber nicht die Beatles und die Rolling Stones die Auslöser für die musikalische Revolution um 1964, sie machten lediglich bereits bestehende Trends ganz besonders populär.
Der größte und auffälligste Einschnitt, der die größte Veränderung in der Popmusik nach sich gezogen hat, entstand durch den Rap um 1991.
Einen Tiefpunkt gab es hingegen um 1986, wo doch alles ziemlich ähnlich daherkam und die Dominanz von Musikrichtungen wie New Wave, Disco und Hardrock sowie der Einsatz von "drum machines" & Co zu einer gewissen Eintönigkeit führte.

Um das Jahr 2010 ging es mit der musikalischen Vielfalt übrigens wieder bergab. Für die Forscher kein Grund pessimistisch in die musikalische Zukunft zu blicken. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung gäben keinen Hinweis darauf, dass Popmusik immer homogener würde.

Die Forscher möchten der Evolution der Popmusik künftig nun noch genauer auf den Grund gehen und nicht nur herausfinden, wie und wann sich Popmusik verändert, sondern warum.

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Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 19. Mai 2015
 
 
 

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