Queere Jugendarbeit vor dem Aus?

Bundesministerium streicht gesamte Förderung des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda

Ohne vorherige Ankündigung und ohne Begründung hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Rahmenvereinbarung mit dem Jugendnetzwerk Lambda zum Ende des Jahres 2026 gekündigt. Damit würde die zentrale Grundlage der Finanzierung der queeren Jugendarbeit wegfallen.

Das Jugendnetzwerk Lambda leistet seit über 36 Jahren bundesweite queere Jugendverbandsarbeit. Der Verband ermöglicht jungen queeren Menschen, sich selbst zu organisieren, ihre Interessen zu vertreten und Verantwortung zu übernehmen. Zu seiner Arbeit gehören unter anderem Beratungsangebote, Bildungs- und Empowermentveranstaltungen, Jugendbegegnungen sowie die Begleitung und Qualifizierung ehrenamtlich Engagierter.

Neben Empowerment und Selbstwirksamkeit ist Lambda für viele Jugendliche die erste - für manche aber auch die letzte Anlaufstelle, denn laut Lambda haben rund 30% der queeren Jugendlichen keine queeren Treffpunkte vor Ort und sind besonders von Einsamkeit betroffen. Besonders stark isoliert sind Minderjährige, junge Menschen in ländlicheren Regionen, und mehrfachmarginalisierte Jugendliche.

Der deutsche Bundesjugendring (die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und Landesjugendringe in Deutschland) sieht in der Kündigung ein fatales Zeichen für die Jugendverbandsarbeit insgesamt und insbesondere für die queere Jugendverbandsarbeit. In einer Zeit, in der queerfeindliche Diskurse lauter werden und junge queere Menschen zunehmend Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren, braucht es verlässliche Orte der Unterstützung, Beteiligung und Selbstorganisation.

Der Bundesjugendring unterstützt daher die Forderung des Jugendnetzwerks Lambda: Das Bundesjugendministerium muss die Kündigung der Rahmenvereinbarung zurücknehmen. Zugleich sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestages aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die bundesweite queere Jugendverbandsarbeit weiterhin verlässlich finanziert wird.

Lambda bittet alle (Privatpersonen und Organisationen) um Unterstützung: Queere Jugendliche brauchen euch! Wie? das erfahrt ihr auf der Unterstützungsseite Lambda-retten.

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung