Oops, vergessen

Studie zur Verhütungssituation von Mädchen und jungen Frauen offenbart Informationsbedarf und was die Pille am Ende doch unsicher macht

Wie steht es eigentlich um Verhütung bei Mädchen und jungen Frauen? Würden sie sich auch für andere Verhütungsmethoden als die Pille entscheiden, wenn sie ausreichend informiert wären? Wie gut sind sie überhaupt informiert und wie zufrieden mit der Informationsvermittlung - zum Beispiel durch ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt. Mit diesen Fragen hat sich die Studie "Thinking About Needs in COntraception“ (kurz: TANCO) befasst, in deren Rahmen Fachärztinnen und Fachärzte sowie insgesamt 18.521 Frauen befragt wurden, darunter 2699 Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 19 Jahren.

Keine Ahnugn, wie das geht
In dieser Altersgruppe fiel besonders auf, dass die meisten jungen Frauen zwar im Durschnitt 5,3 verschiedene Verhütungsmethoden benennen können, aber nicht wirklich wissen, wie diese funktionieren und angewendet werden - das betrifft sogar diejenigen, die dieses Verhütungsmittel selbst anwenden.
Außerdem trat ein starkes Interesse der Befragten nach Methoden zur Langzeitverhütung (z.B. Spirale, Hormonspirale) zu Tage, während solche Methoden unter den Befragten aber nur sehr selten angewendet werden. Grund dafür könnte mangelnde Information sein, und dass Frauenärzt_innen offenbar glauben, dass Jugendliche sich gar nicht für Langzeitverhütungsmethoden interessieren. In der Befragung schätzten sie, dass 25 % der jugendlichen Anwenderinnen sich für Langzeitverhütung interessieren, tatsächlich waren es aber 57%.

Jede Zweite vergisst die Pille dann und wann
Allerdings gaben auch nur 11% der Pillenanwenderinnen an, die Einnahme lästig oder sehr lästig zu finden. Dabei zeigte sich auch, dass 46 % der jugendlichen Pillennutzerinnen die Pille in den letzten 3 Monaten mindestens ein- oder zweimal vergessen haben. Ganz so einfach scheint das dann doch nicht zu sein.

Es besteht Informationsbedarf
Die Wissenschaftler_innen schlussfolgern, dass angesichts dieser Ergebnisse doch Aufklärungsbedarf besteht. Ärzt_innen überschätzen nämlich die Zufriedenheit der jungen Frauen mit der Pille und unterschätzen, dass sie durchaus Interesse an unkomplizierteren Methoden hätten - mit der Folge, dass sie sie erst gar nicht groß informieren. Junge Frauen hingegen würden bei mehr Wissen durchaus auf andere Methoden umschwenken, halten die tägliche Einnahme der Pille aber aus Unkenntnis für ein notwendiges Übel, wenn sie sicher verhüten wollen.
Angesichts der hohen "Vergesslichkeitsquote" ist das aber vielleicht gar nicht die sicherste Wahl.

Dass Frauen sich vermutlich grundsätzlich wünschen würden, nicht alleine für die Verhütung verantwortlich zu sein, wurde in dieser Studie aber nicht thematisiert.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 7. November 2018
 
 
 

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