Online-Banking eher Männersache?

Umfrage: Vor allem junge Frauen sagen nein zu digitalen Zahlungsverkehr

Mal schnell den Kontostand auf dem Handy checken? Überweisungen einfach vom PC aus tätigen? Was für viele zum digitalen Alltag gehört, scheint Frauen bisher noch häufig abzuschrecken. So ist der Anteil der Frauen, die angeben, Banking und Zahlungsverkehr im Internet nicht nutzen zu wollen, mit 15 Prozent fast doppelt so hoch wie der der Männer (8 Prozent). Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zum Thema „Digitale Alltagskompetenz  und Bankdienstleistungen“, die im Auftrag der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen durchgeführt wurde. Beate Lyga, die im Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Saale-Unstrut eG ist, fragt sich, worin die Ursache für die unterschiedlichen Einstellungen zum digitalen Banking zwischen Frauen und Männern liegt und befürchtet, dass Non-Onliner_innen abgehängt werden könnten.

Digitale Selbstunterschätzung
Ein Grund, warum Frauen dem digitalen Banking skeptischer gegenüberstehen als Männer, liegt offenbar darin, wie digital kompetent sich Menschen einschätzen. In der Umfrage hatten 37 Prozent der Frauen ihre digitale Kompetenz als „eher gering“ oder „sehr gering“ eingeschätzt, das sind neun Prozent mehr als bei den männlichen Umfrageteilnehmern. Umgekehrt finden 68 Prozent der Männer, dass sie über eine „eher große“ oder „sehr große“ Digitalkompetenz verfügen, während dieser Wert bei Frauen nur bei 56 Prozent liegt. Interessant an dem Ergebnis ist auch, dass vor allem die 18- bis 34-jährigen Frauen deutlich mehr Wert auf persönliche Betreuung in der Bankfiliale vor Ort legen als ihre männlichen Altersgenossen. Während 51 Prozent der Männer dieser Altersgruppe sich vorstellen können auf Filialen zu verzichten, sind es bei den jüngeren Frauen nur 29 Prozent.

Angst vor Datenklau und Betrug
Gefragt danach, was ihnen wichtig sei, um digitale Anwendungen zu nutzen, nennen zwar beide Geschlechter die Aspekte Sicherheit vor Betrug und Datenschutz/Privatsphäre an erster Stelle. Aber die Angst vor Betrug scheint bei Frauen höher zu sein (76 Prozent gegenüber 71 Prozent bei den Männern). Beim Thema Datenschutz/Privatsphäre beträgt die Relation sogar 73 Prozent gegenüber 64 Prozent. Diese geschlechtspezifischen Unterschiede ziehen sich wie ein roter Faden durch weitere Felder. Ein Beispiel ist die Künstliche Intelligenz bei der digitalen Beratung: 34 Prozent der über 18-Jährigen können sich das für sich nicht vorstellen. Frauen sind auch hierbei wieder skeptischer (39 Prozent) mehr als die Männer (29 Prozent).

Kontaktlos zahlen in Corona-Zeiten
Die Distanz- und Hygieneregeln in Corona-Zeiten haben vielrorts dazu geführt, dass statt Münzen die Karte über die Theke geteicht wurde. Sogar eine Kugel Eis kann man inzwischen bargeldlos bezahlen. Das hat der Kartenzahlung natürlich viel mehr Popularität gebracht. Doch auch hierbei liegen die Männer wieder vorne: Während von ihnen 26 Prozent angeben, ihre Einstellung zu Online- oder Mobile Banking habe sich verändert, sind es bei den Frauen lediglich 20 Prozent. Konkret sagen 15 Prozent der Männer, Onlinebanking jetzt mehr zu nutzen oder nutzen zu wollen. Bei den Frauen sind es 12 Prozent. Beim Mobile Banking lautet das Verhältnis 25 Prozent gegenüber 23 Prozent.
 
Umfragedaten
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2031 Personen zwischen dem 14. und 16. April 2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung