Nicht verurteilen, sondern fragen

Manche Menschen können keine Masken tragen. Die Aktion Mensch will Anfeindungen wegen Nichteinhaltung der Maskenpflicht vorbeugen

Es herrscht Maskenpflicht und das hat seinen guten Grund. Alle sollten sich daran halten, auch wenn es vielleicht als störend empfunden wird oder nicht besonders hip aussieht. Zumindest alle, die können. Denn es gibt auch Menschen, denen das nicht möglich ist. Die Aktion Mensch möchte darauf aufmerksam machen, dass es Menschen gibt, die die Maskenpflicht nicht einhalten können, weil ihnen das Atmen unter dem Mund-Nasen-Schutz schwerfällt oder nicht möglich ist. Dazu zählen Menschen mit bestimmten Behinderungen oder mit Herz- und Lungenerkrankungen, Allergien, medizinischen oder psychologischen Störungen. „Es ist wichtig, möglichst umfassend Maßnahmen zum eigenen Schutz und dem der Mitmenschen umzusetzen. Aber es gibt eben auch Ausnahmen“, sagt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Im Sinne der Solidarität sollten wir Menschen ohne Maske also zunächst fragen, warum sie keinen Schutz tragen können – und sie nicht direkt verurteilen oder sogar ausgrenzen“, betont sie.

Als Beispiel wird etwa der 18-jährige Tobias Orthuber angeführt, der unter spinaler Muskleatrophie leidet und seine Muskulatur nicht gut steuern kann, auch die nicht, die für die Atmung zuständig ist. „Nicht alle Leute können eine Maske tragen. Ich bekomme darunter kaum Luft. Habt bitte Verständnis dafür. Ich halte Abstand und schütze mich und andere so auch vor Corona“, appeliert er. Oder der ebenfalls 18-jährige Yannick Andricek, der die Glasknochenkrankheit hat und dadurch einen stark deformierten Brustkorb, der ihm das Atmen mit Maske unmöglich macht. "Wenn ihr jemanden ohne Maske seht, kann das gute Gründe haben“, betont er.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 8. Mai 2020