Musik macht Schweres leicht

Studie: Muskeln arbeiten unter musikalischem Einfluss effektiver

Bild: LizzyNet

Mit Musik ist vieles besser auszuhalten: Monotone Arbeit, lange Wege und ganz besonders körperliche Anstrengung. Darum wurde und wird dort besonders viel musiziert und gesungen, wo hart gearbeitet wird. Auch bestimmte Musikrichtungen wie etwa Blues und Gospel sind in ihrer Entstehung direkt mit harter körperlicher Arbeit verknüpft. Worksongs, wie sie die Sklaven in den Südstaaten der späteren USA auf den Baumwollplantagen sangen, sorgten für eine bessere Koordination der Bewegungsabläufe und lenkten zudem von der Monotonie der Arbeitsabläufe ab.

Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und anderer Forschungseinrichtungen sind dem Phänomen der musikalischen Arbeitserleichterung nun auf den Grund gegangen. Denn es ist bislang noch unklar, warum Musik oder das Musizieren uns körperliche Kraftakte so viel leichter erscheinen lässt.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass Musik uns einfach von der körperlichen Belastung ablenkt, so dass wir selbst weniger wahrnehmen, wie angestrengt wir eigentlich sind. Tatsächlich scheint die Belastung der Muskeln bei Musik aber messbar geringer zu sein, vor allem wenn die Musik sozusagen selbst produziert wird. Das zeigte ein Experiment, bei dem Testpersonen sich an Fitnessgeräten abmühen mussten. Zunächst hörten sie dabei passiv Musik, in einem weiteren Durchlauf konnten sie die Musik selbst erzeugen, indem sie das Gerät bedienten.
Bei allen Durchläufen maßen die Wissenschaftler Werte wie den Sauerstoffverbrauch und Änderungen der Muskelspannung und befragten die Probanden, wie anstrengend sie das Training empfanden.

Die Befragungen zeigten, dass die Mehrheit der Probanden die Anstrengung als wesentlich weniger stark empfand, während sie parallel Musik produzierten. Gleichzeitig machten die Messungen sichtbar, dass während des Musikmachens die Muskeln weniger Energie verbrauchten, also physiologisch effektiver waren. Die ForscherInnen vermuten, dass die Muskeln sich besser und effektiver steuern lassen, wenn wir in eine Art musikalische Ekstase geraten.

Die Forscherinnen sind begeistert von ihren Erkenntnissen, von denen sie sich einen Durchbruch im Verständnis der therapeutischen Kraft der Musik versprechen. Denn sie zeigen möglicherweise auch, warum Musik in der Menschheitsgeschichte überhaupt entstanden und solch eine große Rolle bekommen haben könnte: sie hilft dem Mensch, die körperlichen Anstrengungen, die das Leben und Überleben ihm abverlangen, besser auszuhalten.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 18. Oktober 2013
 
 

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