Mit Links gemacht

Am 13. August ist Weltlinkshändertag

Bild: LizzyNet

Sie meistern ihr Leben mit links, auch wenn die hiesige Schreibrichtung, Drehverschlüsse, Musik-Instrumente, Sportgeräte und sogar Werkzeuge es ihnen manchmal wirklich schwer machen. An die Tücken des Alltags und die Besonderheiten der Linkshändigkeit in einer Welt, die sich nur an Rechtshänder_innen orientiert, will der Weltlinkshändertag am 13. August erinnern.

Geschätzt 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind als Linkshänder_innen, wobei es durchaus auch mehr sein können, weil es vor allem unter älteren Menschen viele versteckte oder umerzogene Linkshänder_innen gibt. Linkshändigkeit galt früher als Makel und musste "umerzogen" werden. Diese Maßnahmen verursachten allerdings oft starke Probleme, wie psychische Störungen, Kopfschmerzen, Lese-Rechtschreibschwäche oder Gedächtnis- und Sprachstörungen. Heute ist man - zumindest hierzulande - glücklicherweise über diesen merkwürdigen kulturellen Rechtshändigkeitswahn hinweg.

Ursache unbekannt
In der Wissenschaft ist man sich nicht wirklich einig, wie es eigentlich zu Linkshändigkeit kommt: Hat sie genetische Ursachen? Ist sie hormonell bedingt? Oder das Resultat einer angeborenen Dominanz der rechten Gehirnhälfte? An der Antwort wird noch geforscht. Zum Glück sind aber frühere Theorien wie zum Beispiel die, dass Linkshändigkeit ein Zeichen von „Degeneration“ und einem „Hang zum Verbrechen“ sei, oder dass sie durch mangelhafte Sauerstoffversorgung während der Geburt entstanden und also ein Hirnschaden sei, gänzlich ausgestorben.

Schwer einschätzbarer Gegner im Sport
Linkshänder_innen sind übrigens im Spitzensport - vor allem in Schlägersportarten - besonders häufig vertreten. Ihre Bälle sind für Rechtshänder_innen einfach schlechter einzuordnen. Auch im Handball und beim Boxen können Linkshänder_innen punkten, weil ihre Gegner schlecht auf die ungewohnte Hand vorbereitet sind.

Voll kreativ?
Weil Linkshändigkeit mit einer Dominanz der rechten Gehirnhäfte einhergeht (die rechte Gehirnhälfte ist u.a. zuständig für Kreativität), sagt man Linkshänder_innen oft eine große Kreativität nach, angeblich soll es auch überdurchschnittlich viele Künstler_innen unter ihnen geben. Ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt aber bislang; wahrscheinlich ist auch das ein Mythos, auch wenn es sicher viele tolle linkshändige Künstler_innen und Schauspieler_innen gab und gibt (z.B. Goethe, da Vinci, Picasso, aber auch Marilyn Monroe oder Angelina Joli).

Von Präsidenten und Tippwundern
Dennoch gibt es einige Fähigkeiten, die Linkshänder_innen offenbar besonders leicht fallen: sie können sich Gesichter gut merken, manche können spontan in Spiegelschrift schreiben, sie können Tonhöhen besser unterscheiden und schneller tippen, weil die meistgenutzen Buchstaben auf der linken Seite der Tastatur liegen.
Außerdem hat man als Linkshänder_in offenbar besonders gute Chancen, in Amerika Präsident zu werden ;-). Seit 1981 waren vier Präsidenten linkshändig...

Und noch etwas, das Hoffnung macht, dass sich der Alltag von Linkshänder_innen künftig verbessern wird: es werden immer mehr! Ein Grund, diesen Tag feierlich mit links zu begehen: Messer und Gabel andersrum um den Teller zu platzieren, das linke Händchen zur Begrüßung auszustrecken und die Uhr einfach mal andersrum laufen zu lassen.

Deine Erfahrungen?
Autorin / Autor: Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 13. August 2018