#MeToo hat etwas verändert

US-Studie: Sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz leicht gesunken, aber frauenfeindliche Stimmung nahm zu

Macht es einen Unterschied, ob man Missstände anprangert und öffentliche Kampagnen startet? Bei der #MeToo-Bewegung kann man diese Frage auf jeden Fall mit einem klaren Ja beantworten. #MeToo tauchte 2017 als Hashtag in den sozialen Netzwerken auf und machte sexuelle Belästigung von Frauen in allen möglichen Arbeitszusammenhängen zum Thema. Millionenfach machten betroffene Frauen weltweit mit Tweets auf das Ausmaß sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe aufmerksam.

Nun zeigt eine Umfrageanalyse der Leeds School of Business an der University of Colorado Boulder, USA, dass der Zusammenhang zwischen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und den negativen Selbstbildern von Frauen zwischen 2016 und 2018 tatsächlich geringer geworden ist.

Haben Täter mehr Angst vor negativen Folgen?
#MeToo hat zwar die öffentliche Diskussion über das Thema sexuelle Belästigung sehr befeuert, aber hat das gestiegene Bewusstsein auch dazu geführt, dass Frauen am Arbeitsplatz auch weniger belästigt werden? Diese Frage stellten sich Keplinger und Kolleg_innen und verglichen Umfrageergebnisse vom September 2016 und September 2018. Mehr als 500 berufstätige Frauen in den USA zwischen 25 und 45 Jahren hatten darin Fragen zu ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, ihrem Selbstwertgefühl und ihren Selbstzweifeln beantwortet. 87 % Prozent hatten angegeben, am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung zu erleben. Allerdings sanken die gemeldeten Werte für unerwünschte sexuelle Aufmerksamkeit und sexuelle Nötigung zwischen 2016 und 2018. Für die Forscher_innen ein Indiz dafür, dass die Täter anscheinend zunehmend Angst vor negativen Folgen haben könnten. Auf der anderen Seite beobachteten die Wissenschaftler_innen aber auch, dass frauenfeindliche Anfeindungen in dieser Zeit zunahmen. Sie vermuten darin eine Gegenreaktion auf die neue Bewegung.

#MeToo
Die Analyse zeigt auch auf, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oft dazu führt, dass Frauen ein geringeres Selbstwertgefühl bekommen und sich weniger wertgeschätzt fühlen. Auch dieser Zusammenhang schwächte sich zwischen 2016 und 2018 ab, was die Forscher_innen darauf zurückführen, dass Frauen sich durch die #metoo-Bewegung unterstützt gefühlt haben könnten. Diese erste Analyse zeigt, was sich bezogen auf das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zwischen 2016 und 2018 geändert hat. Natürlich müssten noch weitere Arbeiten folgen, um die in dieser Studie beobachteten Veränderungen und die zugrunde liegenden Ursachen zu bestätigen, so die Forscher_innen. "Wir müssen unseren Fokus auf geschlechtsspezifische Belästigung ausweiten und herausfinden, wie Männer und Frauen gemeinsam die Arbeitskultur verbessern können. Die mutigen Frauen, die sich für die Bewegungen #MeToo und #TimesUp eingesetzt haben, sollen aber wissen, dass ihre Bemühungen einen Unterschied machen."

Die Ergebnisse wurden am 17. Juli 2019 in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 24. Juli 2019
 
 
 

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