Macht Bildung kurzsichtig?

Wissenschaft: Kurzsichtigkeit nimmt mit höherer Bildung und längerer Schulzeit zu

Wissbegierig bilden wir uns jeden Tag weiter, wälzen dabei Bücher und starren stundenlang auf unseren Computerbildschirm. Für Schule und Studium verbringen wir viele Stunden mit dieser Form der „Naharbeit“ und auch in unserer Freizeit sieht es oft nicht anders aus (was wären wir bloß ohne unsere Smartphones, Fernseher und Co.?). Forscher warnen jetzt aber davor, dass dieser Lebensstil immer mehr kurzsichtige Menschen zur Folge hat und rät dazu, öfter mal den Blick vom Lernmaterial abzuwenden und raus ins Tageslicht zu gehen.

Um einen möglichen Zusammenhang zwischen Bildung und Kurzsichtigkeit genauer zu analysieren, haben ForscherInnen der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen der Gutenberg Gesundheitsstudie 4.658 Personen im Alter von 35 bis 74 Jahren untersucht. Die TeilnehmerInnen waren frei von Einflüssen, wie vorhergegangener Augenoperationen oder Grauem Star, so dass allein genetische Faktoren und ihre Lebensweise Einfluss auf ihr Sehvermögen hatten. Im Abstand von jeweils zweieinhalb und fünf Jahren, wurden die Probanden eingehend untersucht und befragt.

Höhere Bildung = Höhere Kurzsichtigkeit
Das Ergebnis: Je höher der Bildungsgrad eines Teilnehmers, umso wahrscheinlicher die Kurzsichtigkeit. Bei Probanden mit Abitur oder Berufsabschluss, lag die Kurzsichtigkeit bei 35 Prozent. Bei Hochschulabsolventen sogar bei 53 Prozent. Zusätzlich zum erreichten Bildungsniveau haben die Mainzer Wissenschaftler mit der Anzahl der Schuljahre einen weiteren Einflussfaktor ausfindig machen können. Mit jedem zusätzlichen Schuljahr steigt die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden. Darüber hinaus untersuchten die WissenschaftlerInnen die Auswirkungen von 45 genetischen Faktoren. Es stellte sich heraus, dass Bildung und Verhalten einen größeren Einfluss auf die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit haben als die Gene.

Öfters mal raus gehen
Was also tun, wenn das Arbeiten am Computer und Lesen von Literatur zu Schule und Uni einfach dazu gehören? Studien haben gezeigt, dass an die frische Luft gehen und die Augen öfters dem Tageslicht auszusetzen hilft, Kurzsichtigkeit einzudämmen. Das müssen aber dann schon mindestens zwei Stunden pro Tag sein, damit sich eine Wirkung einstellen kann.

"Da Schüler und Studierende einem höheren Risiko ausgesetzt sind, an Myopie (Kurzsichtigkeit) zu erkranken, ist eine einfache und sinnvolle Präventionsmaßnahme, sie dazu anzuhalten, mehr Zeit im Freien zu verbringen", so der Erstautor der Studie, PD Dr. Alireza Mirshahi.

Heilen kann man Kurzsichtigkeit übrigens (noch) nicht. Um den Durchblick dennoch nicht zu verlieren, helfen hier wohl nur Brillen, Kontaktlinsen oder das Lasern der Augen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / EG; - Stand: 25. Juli 2014
 
 

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