Löwen ohne Ende?

Paradox: Die beliebtesten Tierarten sind besonders gefährdet

Tiger, Löwen und Elefanten gehören zu den beliebtesten Tierarten. Da wir ihnen in zahlreichen Filmen, Büchern und in der Werbung begegnen, sie uns von Müsli-Packungen und Schokoriegeln anlachen, in Musicals die Hauptrolle spielen und zahlreiche Marken mit ihrer symbolischen Kraft veredeln, können sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen, dass sie bedroht sind. Und schon gar nicht, dass diese Tiere besonders geschützt werden müssten. Das hat der französische Forscher Franck Courchamp von der Universität Paris-Sud in einer Studie herausgefunden. Er und sein Team hatten zunächst eine Liste von Tieren ermittelt, die von der Öffentlichkeit als besonders charismatisch empfunden werden. Dazu hatten sie über 4.700 Menschen befragt (online und über Fragebögen), die Webseiten der größten 100 Zoos weltweit sowie Disney und Pixar Filme ausgewertet.

Tiger, Löwe, Elefant
Die Liste der angesagtesten Tiere, die sich daraus ergab, bot wenig Überraschendes: Tiger, Löwe, Elefant, Giraffe, Leopard, Panda, Gepard, Eisbär, Wolf und Gorilla (in dieser Reihenfolge) gelten als die beliebtesten und charismatischsten Tiere. Überraschend war allerdings die Erkenntnis, dass alle Tiere auf dieser Liste (mit Ausnahme des Wolfs) bedroht sind - einige davon sogar stark. Ihre Bestände gehen stetig zurück, einige sind sogar vom Aussterben bedroht, z.B. bestimmte Tigerarten.

Löwendarstellungen sind omnipräsent
Ebenso überraschend: die meisten Befragten wussten nicht, dass diese Tiere bedroht sind und sahen darum auch keine Notwendigkeit, diese zu schützen. Es scheint, dass der ständige Anblick von Tiger & Co. zu dem Eindruck führt, dass diese Tiere auch in der Natur sehr stark vertreten sein müssten. Die Forscher_innen führten an, dass eine durchschnittliche Person in Frankreich in einem Jahr mehr Darstellungen von Löwen zu Gesicht bekommt als es noch echte Löwen in ganz Westafrika gibt.
Das Paradox, dass die Menschen ausgerechnet ihre liebsten Tiere nicht für schützenswert halten, widerspricht auch bisherigen Annahmen, dass beliebte Tierarten von der Öffentlichkeit stärker unterstützt und geschützt würden.

Weil die Vermarktung unserer Lieblingstiere offenbar also dazu führt, dass sie noch stärker vom Aussterben bedroht sind als weniger medial präsente Tiere, fordern die Wissenschaftler_innen, dass Unternehmen, die mit solchen Tieren werben auch einen Teil ihrer Erlöse in den Artenschutz stecken sollten.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 17. April 2018
 
 

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