"Littering" weiterhin sehr verbreitet

Expert_innenbefragung: Die achtlose Müllentsorgung in der Umwelt hat eher zugenommen

Auch wenn es manchmal so scheint, als wäre "No Waste" in aller Munde und an jeder Ecke stünde ein Unverpacktladen - in Wirklichkeit ist es bei vielen offenbar nicht so weit her mit der Bereitschaft, Abfälle zu reduzieren oder wenigstens bis zum nächsten Mülleimer zu tragen.

Littering lautet die Bezeichnung für die achtlose Entsorgung von Abfällen in der Umwelt. Ein fast niedlich klingendes Wort für ein Problem, das offenbar trotz der Allgegenwärtigkeit der "Hilfe-wir-ertrinken-in-Plastik-Schlagzeilen" noch zugenommen hat. Insbesondere jetzt, wo durch das schöne Wetter und die Lockerung der Corona-Maßnahmen Menschen wieder überall ins Freie strömen, aber noch bevorzugt "To-Go" gegessen wird, wird viel Verpackungsmüll fallen gelassen, wo die Leute gerade gehen und stehen. 

Natürlich gibt es dieses Problem nicht erst seit Corona. Wie eine aktuelle, vom Umweltbundesamt (UBA) beauftragte Studie zeigt, hat das Litteringaufkommen in den letzten fünf Jahren zugenommen, wie 58% der im Rahmen der Studie befragte Expert_innen schätzen. Befragt wurden unter anderem Angehörige von Abfallwirtschaftsbetrieben, Naturschutzverbänden, Grünflächenämtern & Co. 
Littering sorge für "erhebliche ökologische, ästhetische und ökonomische Folgen" heißt es in der Pressemitteilung zur Studie. Unter den TOP 3 der am häufigsten gelitterten Abfallarten finden sich Kunststoff- / Verbundmaterialien (57%), Kunststoffabfälle (49%) sowie Sperrmüll (43%). 

Gefragt nach der Häufigkeit gelitterter Gegenstände werden von den Befragten Zigaretten (75%), Einweggetränkebecher (71%) und Kaugummis (68%) sowie Einwegverpackungen (59%) am häufigsten im Litter ausgemacht. Im Sperrmüll sind zudem häufig Elektrogeräte zu finden. 

Was wird dagegen getan?
Weil vor allem die Meere unter dem Littering-Problem leiden, wird auch europaweit versucht, Maßnahmen dagegen zu treffen. Dazu gehört beispielsweise die Richtlinie zu Kunststoffeinwegprodukten, wie Trinkhalme, Ballonhalter und Wattestäbchen sowie Essensbehälter aus Polystyrol, die ab 2021 verboten werden.

Neben Verboten sollen aber auch Sensibilisierungs– und Bildungsmaßnahmen helfen, das Litteringproblem einzudämmen. Außerdem will man über produktbezogene Maßnahmen, wie die Stärkung von Mehrweg- und Pfandsystemen, die Reduzierung von Einweglebensmittelverpackungen und Einwegtragetaschen oder ein optimiertes Produktdesign positiven Einfluss nehmen.

Drei Viertel der befragten Exptert_innen sehen auf jeden Fall weiteren Handlungsbedarf. Wer nach einem sonnigen Tag durch einen beliebten städtischen Park schlendert, wird ohne Frage zu dem gleichen Schluss kommen.

Die Studie wurde von der Zeus GmbH in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut e.V. im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung