Klimakiller Plastikverpackungen

Greenpeace Österreich: Plastik verschmutzt nicht nur die Meere, sondern verursacht bezogen auf Österreich auch mehr Emmissionen als der Flugverkehr

Dass Plastikabfälle für unsere Meere und Ozeane ein Riesenproblem darstellen, ist mittlerweile den meisten bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass Einwegverpackungen auch ein echter Klimakiller sind. Der österreichische Ableger der Umweltorganisation Greenpeace weist darauf hin, dass Österreichs Plastikproduktion rund vier Mio. Tonnen CO2-Emissionen  verursacht, was in etwa dem Anderthalbfachen des Flugverkehrs entspreche: Die Produktion von einer Tonne Kunststoff erzeugt im Durchschnitt rund 1,3 Tonnen CO2, in der Verbrennung entstehen fast drei Tonnen CO2. Umgelegt auf Österreich – wo jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen Kunststoff produziert und 700.000 Tonnen verbrannt werden – entstehen dort plastikbedingt rund vier Millionen Tonnen CO2. Der Flugverkehr verursacht in Österreich jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen CO2.

Förderung von Mehrwegsystemen gefragt
Dabei entstehe ein Viertel der Emmissionen durch Plastikverpackungen, die meist nur wenige Tage oder Wochen verwendet würden.
Die Umweltorganisation warnt, dass sich die plastikbedingten Emmissionen in den kommenden 30 Jahren verdreifachen könnten, wenn nicht gegengesteuert wird. Greenpeace drängt darum auf gesetzliche Beschränkungen und die Förderung von Mehrwegsystemen.

PET-Flaschen und andere kurzlebige Einwegverpackungen aus Erdöl machen rund ein Drittel des Plastikmülls in Österreich aus. Plastikverpackungen werden in Österreich nur zu etwa 25 Prozent recycelt, PET Flaschen zu rund 55 Prozent. Der Rest wird klimaschädlich verbrannt.

Werden Einwegflaschen, Take-Away-Boxen und andere Verpackungen durch Mehrwegsysteme ersetzt, können in der Produktion jährlich Millionen Liter Erdöl eingespart werden. “Wir können den Erdölverbrauch und die Emissionen durch die Plastikproduktion deutlich senken, wenn wir Verpackungen reduzieren und auf Mehrwegsysteme umsteigen”, sagt  Lisa Panhuber, Konsumexpertin von Greenpeace in Österreich.

Einwegverpackungen aus Papier und Bio-Kunststoff sind keine Lösung
Ein Umstieg von Plastik-Einweg auf andere Materialien wie Einweg-Papier, Einweg-Biokunststoff oder Einweg-Metall sei hingegen keine umweltfreundliche Lösung. Denn die Erzeugung dieser Materialien ist ebenfalls sehr energieintensiv. „Die Politik und Unternehmen wie Coca-Cola und Lidl müssen den Wegwerf-Wahnsinn bei Verpackungen stoppen und Alternativen schaffen – denn aktuell haben die Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf meist gar keine andere Wahl, als jede Menge klimaschädliche Einweg-Verpackungen einzukaufen.”

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Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion