Katze oder Hund?
Studie: Welches Haustier verschafft seinem Menschen mehr positive Gefühle?
Strikte Katzen- und Hundeliebhaber:innen werden sich wohl nie darüber einig werden, welches Haustier das bessere ist. Die Forschung hat sich nun bemüht, der Antwort ein Stück näher zu kommen. Ein Team aus den Niederlanden hat sich angeschaut, wie Tierbesitzer:innen auf ihre vierbeinigen Lieblinge reagieren, etwa ob die Tiere dabei hilfreich sind, Stress zu reduzieren und emotional ausgeglichener zu sein. Für die Studie sollten Hunde- und Katzenbesitzer:innen mit einer speziellen App mehrfach täglich angeben, wie sie sich fühlen und ob und wie intensiv sie sich gerade mit ihren Tieren beschäftigen. So entstand ein Datensatz aus 8.000 Moment-für-Moment-Aufzeichnungen, den die Forschenden auswerteten.
Die Ergebnisse der kleinen Studie zeigten, dass das Zusammensein mit Haustieren allgemein zu positiven Emotionen bei den Besitzer:innen führte, und dass Menschen in Momenten, in denen die Interaktion intensiver war, mehr positive und weniger negative Gefühle verspürten. Diese Ergebnisse waren bei Hunde- und Katzenbesitzer:innen gleich.
Offenbar hat das Wohlbefinden aber recht wenig damit zu tun, dass die Tiere Stress bei ihren Besitzer:innen reduzieren. Im Gegenteil: Katzen schienen in stressigen Situationen die Stimmung ihres Menschen eher noch zu verstärken. Die Forscher:innen vermuten, dass das Wohlbefinden des Menschen eher dadurch entsteht, dass er sich durch die Anwesenheit seines Haustiers verbundener und weniger allein fühlt.
Schlussendlich konnte darum auch nicht abgeleitet werden, welches Haustier besser geeignet ist, beim Menschen eine gute Stimmung hervorzurufen, denn sowohl Katzen und Hunde schaffen das gleichermaßen: „Ich würde nicht sagen, dass eine Tierart ein ‚besseres‘ Haustier ist als die andere“, schloss Forscher Peeters. „Vielmehr kommt es auf die Persönlichkeit und die Vorlieben des Besitzers an. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass der Umgang mit Hunden und Katzen offenbar ähnliche emotionale Vorteile mit sich bringt.“ Warum genau und wie diese entstehen, kann durch diese Studie aufgrund ihrer kleinen Stichprobe nicht beantwortet werden.
Die positiven Gefühle haben aber zumindest nichts mit Stressreduktion zu tun, sie enstehen durch die bloße Anwesenheit der Tiere. Das Gerücht, dass insbesondere Katzen ein Stresskiller sind, darf nach diesen Ergebnissen in Frage gestellt werden. Wer richtig gestresst ist, sollte möglicherweise sogar Abstand von allzuviel Interaktion mit dem Stubentiger nehmen.
Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler:innen in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung