Fernsehen doch nicht out?

JIM-Studie 2021: Ein Drittel der Jugendlichen nennt Fernsehen als eine der drei wichtigsten Informationsquellen - deutlich öfter als das Internet

Wo informieren sich Jugendliche? Wie lange und wie oft glotzen sie? Welche Apps stehen bei ihnen hoch im Kurs, welche geraten langsam in Vergessenheit? Diesen Fragen widmet sich alljährlich die JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest. Für die aktuelle Ausgabe der JIM-Studie wurden vom 1. Juni bis 11. Juli 2021 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland telefonisch oder online befragt. Dabei kam wenig Überraschendes zu Tage, außer vielleicht, dass jede_r dritte Jugendliche Fernsehen als eine der wichtigsten Informationsquellen nennt. Internet (21%) und Radio (22%) werden nur von jedem fünften als wichtigste Quellen eingeschätzt.

Und worüber informieren sich Jugendliche bevorzugt? Für die aktuell relevantesten Themen halten sie den Klimawandel und Corona-Situation, hat die Studie herausgefunden.

Datenschutz? Keine Bedenken!

Auch dass WhatsApp weiterhin als der wichtigste Dienst zur Kommunikation unter den Zwölf- bis 19-Jährigen gilt, gehört vermutlich in die Kategorie "war ja klar". 92 Prozent der Jugendlichen nutzen ihn mindestens mehrmals pro Woche. Instagram folgt mit 58 Prozent auf dem zweiten Platz, verliert aber im Vergleich zum Vorjahr an Relevanz. TikTok (46 %) hat bei den Jugendlichen weiter an Bedeutung gewonnen und verdrängt Snapchat (42 %) vom dritten Platz.

Datenschutz spielt bei vielen der Befragten keine besondere Rolle, wenn es um diese Plattformen geht. Nur ein Drittel der Jugendlichen hat in Bezug auf die Sicherheit persönlicher Daten Bedenken.

Die Bewegtbildnutzung bleibt vielfältig und erfolgt auf unterschiedlichen Endgeräten, wobei weiterhin mit großem Abstand das stationäre Fernsehgerät im Vordergrund steht (was dann irgendwie doch erstaunlich ist). Bei der rein internetbasierten Nutzung von Serien, Sendungen und Filmen sind insbesondere YouTube und Netflix für Jugendliche relevant. Insgesamt erreichen die Videostreaming-Dienste gut acht von zehn Jugendlichen regelmäßig.

Hassbotschaften und extremen Ansichten ausgesetzt

Wenig erfreulich ist, dass 58 Prozent der Jugendlichen allein im Monat vor der Befragung mit Hassbotschaften im Internet konfrontiert wurden, 56 Prozent mit extremen politischen Ansichten sowie etwa die Hälfte mit Verschwörungstheorien und beleidigenden Kommentaren. Fake News liegen bei 42 Prozent. Lediglich 23 Prozent der Jugendlichen konnten von sich sagen, im letzten Monat mit keinem dieser Phänomene konfrontiert worden zu sein.

Laut den Autor_innen der Studie zeige dies, wie wichtig die Förderung eines sicheren und kompetenten Umgangs mit aggressivem und hasserfülltem Verhalten im Netz sei.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 1. Dezember 2021