In 170 Jahren gleichberechtigt

Gender-Gap-Report 2016: die Ungleichheitskluft zwischen Männern und Frauen schließt sich nur gaaaaaanz langsam

Auch wenn manche nicht müde werden zu behaupten, die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen sei doch zumindest in den Industrienationen längst erreicht, der aktuelle Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums spricht eine andere Sprache. Der Report untersucht seit 2005 jährlich, wie sich die Gleichheit zwischen Männern und Frauen in insgesamt 144 Ländern im Hinblick auf die Faktoren Gesundheit und Überlebenschancen, Bildung, politische Beteiligung und wirtschaftliche Möglichkeiten entwickelt. Der Report zeigt auf, dass die Kluft zwischen Männern und Frauen sich nur ganz laaangsam schließt und sich dieser Prozess in der letzten Zeit noch dramatisch verlangsamt hat. Viele Länder haben sich sogar verschlechtert.

Vor allem in Sachen wirtschaftliche Chancen wird die Kluft von den Autor_innen für das Jahr 2016 mit 59 % beziffert - ein rekordverdächtiger Tiefpunkt seit 2008. Der Wert kommt dadurch zustande, dass Frauen auf der ganzen Welt im Durchschnitt nur knapp über der Hälfte von dem verdienen, was Männer bekommen, dass sie dabei aber im Durchschnitt mehr Stunden arbeiten, nimmt man die bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen. Auch die Erwerbsquote von Frauen liegt weltweit nur bei 54%, während sie bei Männern bei 81 % liegt. Und obwohl in 95 Ländern genauso viele Frauen eine universitäre Ausbildung haben wie Männer, bleibt die Quote von Frauen in Führungspositionen in fast allen Ländern konsequent auf einem niedrigen Level.

Ruanda und Nicaragua vor Deutschland, Großbritannien und Frankreich
Wenn ihr jetzt denkt, dass das alles nicht auf solch reiche und fortschrittliche Länder wie Deutschland zutrifft, dann dürfte euch erstaunen, dass beispielsweise Ruanda auf Platz 5 der gleichberechtigtsten Länder liegt, nach den Dauer-Spitzenreitern Island, Finnland, Norwegen und Schweden. Deutschland hingegen liegt nur auf Platz 13. Auch die USA bringen es nur auf einen traurigen 45. Platz, 17 Plätze schlechter als letztes Jahr. Nicaragua hat sich dafür sensationell verbessert und liegt auf Platz 10 vor europäischen Nationen wie Frankreich oder Großbritannien. Dennoch sind die westeuropäischen Länder insgesamt auf einem guten Weg (mit viel Luft nach oben). Sie könnten ihr "Gender-Gap", also ihre  Ungleichheits-Kluft, theoretisch innerhalb von 47 Jahren schließen.

Geht es auf der ganzen Welt in dem gleichen Schneckentempo weiter wie bisher, ist das weltweite Gender-Gap in sage und schreibe 170 Jahren geschlossen. Wenn ihr die Gleichberechtigung in allen Bereichen noch erleben wollt, müsst ihr also entweder nach Ruanda oder in die nordeuropäischen Länder ziehen, euch einen verdammt guten Jungbrunnen suchen oder aber euch engagieren, die Sache mal ein bisschen zu beschleunigen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 26. Oktober 2016
 
 

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