Starke Frauen verändern Staaten

Internationale Studie zeigt: Bessert sich die Lage von Frauen, treibt das die Demokratisierung voran

Am 8. März wird weltweit der Internationale Frauentag gefeiert; ein Tag, an dem sichtbar werden soll, dass Frauen und Mädchen hart dafür kämpfen mussten - und es in vielen Teilen der Welt immer noch müssen -, dass sie als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft gesehen werden. Dass sie wählen, zur Schule gehen, studieren dürfen, für ihre Arbeit den gleichen Lohn bekommen wie Männer, und dass ihr Körper und ihr Leben genauso unantastbar sind, wie die Menschenwürde. Leider wird diese Tatsache keineswegs immer und überall respektiert. Und das nicht nur in Gesellschaften, die offen frauenfeindliche Gesetze haben, sondern auch in sogenannten zivilisierten Staaten: Erst vor ein paar Tagen brachte eine europäische Studie ans Licht, dass jede dritte Frau in der EU schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hat und jede 20. Frau vergewaltigt worden ist.

Dennoch geht es Frauen und Mädchen in unterdrückerischen Ländern meist noch viel schlechter. Oft wird dafür der Mangel an Demokratie in einer Gesellschaft verantwortlich gemacht. Muss also der weibliche Teil der Weltbevölkerung solange auf Gleichberechtigung warten, bis sich diktatorische Staaten verändern? Keinesfalls, sagen jetzt ForscherInnen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, denn es sei genau andersherum: Wenn sich die gesellschaftliche Situation von Frauen verbessere, stärke das die Demokratisierung. Jianghong Li (WZB) hat mit den australischen Forschern Paula Wyndow und Eugen Mattes den direkten Zusammenhang zwischen der Lage von Frauen und dem Zustand der Demokratie belegt. Die WissenschaftlerInnen haben Daten aus 123 Ländern ausgewertet, die 1980 nicht demokratisch waren, und von denen viele in den Jahren bis 2005 den Weg der Demokratisierung gingen. Ihre Analyse zeigt: Fortschritte in der Mädchen- und Frauenbildung, ein Anstieg der weiblichen Erwerbstätigkeit und sinkende Geburtenraten sind ein wichtiger Motor für die Demokratisierung.

Paula Wyndow, Jianghong Li und Eugen Mattes haben die verbreitete These geprüft, Demokratie sei entscheidend für eine Verbesserung der gesellschaftlichen Lage von Frauen – und haben sie widerlegt. Länder, die so unterschiedlich sind wie Brasilien, Mexiko, Bulgarien, Südkorea, Thailand, Südafrika oder Simbabwe, zeigen vielmehr, dass die Chancen auf eine demokratische Entwicklung größer sind, wenn Mädchen schon länger Bildung genießen, Frauen am Berufsleben teilnehmen und die Geburtenrate sinkt.

Die WissenschaftlerInnen erwarten, dass der Wandel der weiblichen Lebenswelten auch in Zukunft eine treibende Kraft des politischen Wandels in Ländern sein wird, die noch keine Demokratien sind. „Es gibt zwar einige Ausnahmen“ sagt Jianghong Li, „aber der Beleg für diesen globalen Trend ist überwältigend. Wenn sich die Situation von Frauen verbessert, wenn Frauen Chancen jenseits des eigenen Haushalts ergreifen, sich vernetzen und Rechte einfordern, werden weitere Länder demokratischer und bestehende Demokratien stabiler.“ Das lässt doch hoffen ;-)

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 6. März 2014
 
 
 

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