Achterbahnen und Voodoo-Puppen

Auch in diesem Jahr bekamen Forscher_innen wieder Ig® Nobel Prizes für ihre skurrilen Forschungsarbeiten

Forschung muss nicht immer bierernst sein - manchmal darf auch erst gelacht und dann gedacht werden. Unter diesem Vorzeichen steht der Spaßpreis Ig Nobel, der jährlich für sogenannte "unwahrscheinliche Forschung" verliehen wird - an Forscher_innen, die seltsame, skurrile oder befremdlich anmutende Forschungsarbeiten getätigt haben, die bei all ihrer Abwegigkeit letzlich aber doch zum Nachdenken anregen. Die Vorsilbe "Ig" steht eigentlich für "ignoble" also "unehrenhaft" oder "unedel", wobei die Preisträger_innen selbst den Spottpreis gar nicht so schlimm finden. Sie kommen sogar gerne zu den - auch unter Forscher_innen anerkannten - Preisverleihungen, die in einem ausgelassenen Rahmen stattfinden, und lassen sich -ganz kultig- mit Papierfliegern bewerfen. Die Ig-Nobelpreise 2018 wurden am Donnerstag, den 13. September 2018, im Sanders Theatre in Harvard verliehen und die Zeremonie im Internet übertragen. Hier einige der prämierten Forschungsarbeiten:

Den Medizin-Preis holten Wissenschaftler aus den USA, die erforscht hatten, ob sich Achterbahnfahrten dazu eignen, das Auscheiden von Nierensteinen zu beschleunigen.
Der Anthropologie-Preis ging an ein internationales Wissenschaftler-Team, das Beweise dafür gesammelt hatte, dass Schimpansen in einem Zoo Menschen genauso oft und genauso gut imitieren wie Menschen Schimpansen.

Ebenfalls ein international zusammengesetztes Team erhielt den Biologie-Preis dafür, dass sie beweisen konnten, dass Weinexpert_innen das Vorhandensein einer einzigen Fliege in einem Glas Wein zuverlässig durch Geruch identifizieren können.
Den Chemiepreis bekam ein portugiesisches Team, die messen wollten, wie gut sich menschlicher Speichel als Reinigungsmittel für schmutzige Oberflächen eignet.

Für den Nachweis, dass die meisten Menschen, die komplizierte Produkte verwenden, die Bedienungsanleitung nicht lesen, wurde der Literaturpreis vergeben.
Den Preis für Ernährungsforschung bekam ein Wissenschaftler aus Großbritannien für seine Kanibalismus-Diät-Forschung, in der er berechnet hatte, dass Menschen weniger Kalorien zu sich nehmen, wenn sie ausschließlich Menschenfleisch statt tierischem Fleisch essen.

Forscher_innen aus Spanien und Kolumbien widmeten sich in ihrer Arbeit der Frage, welche Motivation und welche Wirkung Schreien und Fluchen während der Fahrt in einem Auto haben und wurden dafür mit dem Friedenspreis geehrt.
Den Wirtschaftspreis erhielten Wissenschaftler_innen aus China, Kanada, Singapur und den USA dafür, dass sie versucht hatten, herauszufinden, was es für Arbeitnehmer bringt, Voodoo-Puppen gegen übergriffige Chefs einzusetzen.

Ihr seht, Forschung kann nicht nur witzig sein, sondern sich auch mit ganz alltagsnahen Themen beschäftigen. Auf jeden Fall machen die Themen doch Lust, selbst mal auf die Suche nach einem unerforschten Thema zu gehen ;-).

Hier geht's zur Preisverleihung

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 14. September 2018
 
 

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