Hundertsiebenundachtzig Tage

Autor: Ludovic Lecomte, übersetzt von Nadine Püschel

Das von Ludovic Lecomte geschrieben Jugendbuch "Hundertsiebenundachtzig Tage“ thematisiert die Angsterkrankung des Protagonisten, wegen der er 187 Tage lang das Haus nicht verlassen hat.
187 Tage hat er das Haus nicht verlassen, den Garten nicht betreten, die Schule nicht besucht und auch seine Freunde nicht getroffen. Die meiste Zeit im Bett verbracht, weil er es nicht schaffte, etwas anderes zu tun als nichts.

In dieser Zeit haben sie sich Ziele gesetzt, seine Therapeutin und er, ein festes Datum ausgemacht, wann er das Haus wieder verlässt, zum ersten Mal nach 187 Tagen.
Seine Eltern geben ihr Bestes, ihren Sohn zu unterstützen und Manon, eine Jugendliche, die dieselbe Erkrankung, das sogenannte Höhlensyndrom durchgemacht hat, wird zu einer wichtigen Bezugsperson, wenn auch nur virtuell.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es gibt einen guten Einblick in das Leben mit einer psychischen Erkrankung und lässt zugleich erkennen, dass diese von manchen Menschen immer noch nicht gleich betrachtet werden wie somatische Erkrankungen.

Die Geschichte ist recht kurz, man kann sich jedoch trotzdem gut in den Protagonisten hineinversetzen. Man wünscht ihm, dass er seine Ziele, die er sich für die Zeit, wenn er wieder das Haus verlässt, gesetzt hat, auch verwirklichen kann.

Abgerundet wird die Erzählung durch die Sichtweisen der Eltern, Freunde und Manon, die alle unterschiedlich mit der durch die Erkrankung hervorgerufenen Situation umgehen.
Die Erzählung könnte durchaus auch in der Realität so gewesen sein und für Angehörige von Kindern mit psychischen Erkrankungen ein Anhaltspunkt für die Innenwelt dieser sein.


Erschienen bei Mixtvision

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Autorin / Autor: Anna B. - Stand: 9. März 2026