Hoffnung macht kreativ
Studie zeigt, dass Hoffnungsbotschaften kreative Problemlösungen in Klima- und Nachhaltigkeitsfragen fördern
Wer etwas gegen den Klimawandel tun will, hat es im Moment schwer - zu viele Krisen und Kriege lenken die Aufmerksamkeit gerade ganz woanders hin. Dabei wäre es wichtig, die Themen Klima und Nachhaltigkeit ganz oben auf der ToDo-Liste zu halten und gute Ideen dafür zu entwickeln. Expert:innen der School of Psychology der University of Nottingham haben in einer Studie herausgefunden, wie das besser gelingen kann: nämlich mit positiven Emotionen. Diese helfen offenbar mehr dabei, gute Klimaschutzmaßnahmen zu finden als negative Emotionen.
Das Forschungsteam um Professorin Alexa Spence wollte untersuchen, welchen Einfluss positive Emotionen auf das Verhalten haben und ob sie eher zu kreativem Verhalten führen als negative Emotionen. Denn oft würden Angst, Schuldgefühle und Wut eingesetzt, um nachhaltiges Verhalten zu beeinflussen. Was zwar anfänglich schnelle Reaktionen hervorrufe, aber länger anhaltende Auswirkungen vermissen lasse.
Die Forscher:innen führten zwei Studien mit 160 bzw. 334 Teilnehmenden durch, um zu prüfen, ob die positive Emotion der Hoffnung "Klimakreativität" anregen kann, also aktiv zu werden für Klimaschutz und eine nachhaltige Zukunft.
Als Messinstrument wurde eine Aufgabe zur Klimakreativität entwickelt, bei der die Teilnehmer:innen Wege finden sollten, wie sie ihr Leben nachhaltiger gestalten könnten. Außerdem sollten sie eine Reihe weiterer Aufgaben bearbeiten, die verschiedene Facetten der Kreativität untersuchten, darunter Wortassoziationsaufgaben und das Lösen von Umweltproblemen.
Hoffnungsvideos vs. Angstvideos
Die zweite Studie baute darauf auf. Hier wurden Emotionen im Zusammenhang mit dem Klimawandel mithilfe von Videokommunikation manipuliert, um die Teilnehmer:innen nach dem Zufallsprinzip so zuzuordnen, dass sie entweder Hoffnung oder Angst in Bezug auf den Klimawandel empfanden.
Das Hoffnungsvideo nahm eine optimistische Haltung gegenüber dem Klimawandel ein: Mögliche Ansätze zur Eindämmung wurden hervorgehoben, und die Sprache war positiv und fröhlich, untermalt von aufmunternder Hintergrundmusik. Das Angstvideo nahm eine pessimistische Haltung ein: Es wurden Zweifel an der Wirksamkeit von Lösungen geäußert, und die Sprache war alarmierend und negativ, untermalt von düsterer Hintergrundmusik und einem dunklen Filter auf den verwendeten Bildern.
Nach dem Ansehen der Videos füllten die Testpersonen allgemeine Kreativitätsfragebögen und die neue Aufgabe zur Klimakreativität aus.
Professor Spence: „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Hoffnungsbotschaften im Zusammenhang mit dem Klimawandel mit einem erhöhten Maß an Kreativität und insbesondere mit Klimakreativität einhergeht. Dies ist die erste Studie dieser Art, die einen Anstieg der Klimakreativität als Ergebnis von Hoffnungskommunikation nachweist, was darauf hindeutet, dass Hoffnung eine Ressource sein kann, auf die man zurückgreifen kann, um Problemlösungen und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fördern."
Die Studie wurde im „Journal of Environmental Psychology“ veröffentlicht.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung