Hasskommentare - Die Anzahl steigt, aber auch der Widerstand

Studie: 94 Prozent zwischen 14 und 24 Jahren sind schonmal in sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs auf Hatespeech gestoßen

Hetze und Diskriminierung im Internet ist zurzeit ein vieldiskutiertes Thema in den Medien. Kein Wunder, denn der hässliche und verletzende Umgangston, den manche Kommentare enthalten, stellt ein großes gesamtgesellschaftliches Problem dar. Dabei ist die Gruppe derjenigen, die einen Hasskommentar schreiben und posten eigentlich winzig klein: Er umfasst lediglich ein Prozent. Doch die Wirkung ist offenbar weitreichend, denn fast jede_r Onliner_in zwischen 14 und 24 Jahren (94 Prozent) gibt an, in sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs schonmal auf Hasskommentare gestoßen zu sein. Die Zahl steigt übrigens, denn 2016 waren es 91 Prozent.

Diese Ergebnisse kamen bei einer aktuellen Forsa-Umfrage heraus, die nach 2016 nun zum zweiten Mal von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegeben wurde. Danach sind rund zwei Drittel (67 Prozent) aller Befragten (also auch Ältere miteinbezogen) schon mal mit Hate Speech konfrontiert worden.

Reaktionen auf Hasskommentare
Viele der Befragten gaben an, Hasskommentare nach wie vor zu ignorieren, allerdings sind auch immer mehr unzufrieden mit dieser Art von Reaktion: Während 2016 noch 51 Prozent über Hasskommentare hinweglasen, sind es 2017 immerhin nur noch 44 Prozent. Besonders häufig und im Vergleich zum letzten Jahr stark zunehmend befassen sich die 14- bis 24-Jährigen mit solchen Kommentaren, anstatt sie zu ignorieren (2017: nur 17 Prozent, 2016: 30 Prozent). Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gaben auch überdurchschnittlich häufig an, dass sie einen Hasskommentar bzw. dessen Verfasser bei dem entsprechenden Portal gemeldet (40 Prozent im Vgl. zu nur 22 Prozent insgesamt) oder auf einen Hasskommentar geantwortet haben, um diesen zu kritisieren (29 Prozent im Vgl. zu 18 Prozent insgesamt).

Die Gründe für eine Auseinandersetzung
Interessant ist, das Frauen sich etwas häufiger als Männer mit Hasskommentaren beschäftigen, weil sie entsetzt sind über Ton und Inhalt,  weil sie sie wütend machen oder sie verängstigen. Männer lesen sie hingegen etwas häufiger als Frauen, weil sie Hasskommentare unterhaltsam finden, um mit anderen darüber reden oder um sich an der entsprechenden Diskussion beteiligen zu können, stellen die Studienautor_innen fest.

Tobias Schmid, Direktor der LfM, sagte, die Zahlen zeigten erneut die große Tragweite, die Hasskommentare im Netz mittlerweile ausmachen. Er kündigte an, dass die Ordnungsbehörden in NRW die Zusammenarbeit bei diesem Thema enger abstimmen werden, um die Effizienz der Rechtsdurchsetzung zu erhöhen.

Verständnis für HateSpeech?
Knapp jeder Fünfte der Befragten hat laut der neuen Studie sogar Verständnis für Hasskommentare (2017: 19 Prozent, 2016: 18 Prozent), überdurchschnittlich häufig und im Vergleich zum Vorjahr leicht zunehmend äußern 25-44-Jährige Verständnis (2017: 26 Prozent, 2016: 20 Prozent). Etwas über dem Gesamtdurchschnitt liegen hier zudem Männer sowie Befragte aus Ostdeutschland.

Schmid sagte weiter: „Wir müssen unseren gemeinsamen Werten wieder Geltung verschaffen. Es gibt eben keine Alternative als gegen die zunehmende Rücksichtslosigkeit anzukämpfen. Nur so können wir die Freiheit und den demokratischen Charakter des Netzes erhalten.“

In der repräsentativen Umfrage wurden im Mai 2017 insgesamt 1.011 (deutschsprachige) Internetnutzerinnen und -nutzer befragt.

Quelle:

Wurdest du schon einmal mit Hasskommentaren konfrontiert?
Autorin / Autor: Pressemitteilunng - Stand: 31. Mai 2017
 
 
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