Handypausen tun gut

... wenn sie selbstgewählt sind, sagt eine Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Ständig online? Keine Sekunde ohne Social Media? Die Hand immer am Handy oder am Laptop? Dass viele Menschen, vor allem junge Erwachsene, unter ihrem extremen Konsum digitaler Medien leiden, ist mittlerweile ein viel diskutiertes Thema. Tatsächlich gibt es bereits viele Studien dazu, dass ein wenig Abstand und Pausen von digitalen Medien guttun. Wie das am besten gelingt, damit hat sich jetzt eine aktuelle Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigt.

Forscherin Alicia Gilbert von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fragte sich,  wie es sich auf das Wohlbefinden auswirkt, wenn man das Handy einfach mal eine Zeit zur Seite legt – oder anderweitig auf digitale Medien verzichtet? Für ihre Studie befragten Gilbert und ihr Team 237 Personen zwischen 18 und 29 Jahren, wie oft sie ihr Handy aus freien Stücken beiseitelegen und wie sie sich dabei fühlen. Anders als in vorhergehenden Studien wollten die Wissenschaftler:innen nämlich keine künstliche Situation erzeugen, in denen die Teilnehmenden bestimmten Vorgaben zu Handypausen folgen. Sie sollten vielmehr gucken, ob sie "Digital Disconnection" ("digitale Trennung) - also z. B. das Handy mal weglegen oder stumm schalten - nicht sowieso von selbst hier und da betreiben und welche Auswirkungen das auf ihre Stimmung hat.

Richtig aufregend waren die Ergebnisse nicht. „Teilnehmende, die häufiger offline waren als üblich, berichten von einer besseren Stimmung, fühlten sich energetischer und anderen stärker verbunden. Allerdings sind diese Zusammenhänge recht klein und verpuffen nach zwei bis drei Stunden. Und einen Zusammenhang zwischen Digital Disconnection und dem Stressempfinden konnten wir nicht feststellen“, sagt Gilbert. Es zeigte sich auch, dass viele, die angaben sich digital von einem Gerät zu trennen, parallel an einem zweiten festhingen, z.B. schaltetet sie das Handy ab, waren aber zeitgleich am Laptop.

Dennoch war das gesteigerte Wohlbefinden sichtbar. Dabei spielte aber auch eine Rolle, warum das Handy beiseitegelegt wurde: „Basiert die Digital Disconnection auf einer eigenen Entscheidung oder wird sie als solche wahrgenommen, ist der Benefit für das Wohlempfinden höher“, sagt Gilbert. „Wird den Leuten dagegen vorgeschrieben oder von ihnen erwartet, dass sie sich von ihrem Handy fernhalten, kann sich dies sogar negativ auf die Stimmungslage auswirken. Es ist also durchaus wichtig, die Mediennutzung frei gestalten zu können.“ Druck ist also kontraproduktiv.

Quelle

Was denkst du darüber?

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 13. Januar 2026