Frustriert durch "Fitspiration"-Inhalte?

Studie: Beiträge über Fitness und gesunde Ernährung scheinen positiv, können aber auch schaden

Social-Mediabeiträge über Fitness und gesunde Ernährung werden gerne unter den Hashtags #fitspo oder #fitspiration veröffentlicht und sollen - eigentlich -  zu einem besseren Lebensstil inspirieren und motivieren. Aber tun sie das auch? Eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt, dass diese scheinbar motivierenden Inhalte manchmal unerwartete negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Erwachsener haben können. Die Forschung wurde von Dr. Valerie Gruest geleitet, einer guatemaltekischen Schwimmerin, die 2016 bei den Olympischen Sommerspielen antrat.

Die Forscherin beschäftigt sich damit, wie neue Medien Einstellungen und Verhaltensweisen prägen. Weil sie selbst schon zu ihrer Zeit als Sportlerin von Fitspiration-Inhalten fasziniert war, hat sie sich nun die Wirkung dieser Inhalte mal genauer angesehen.

Die aktuelle Studie basiert auf einer umfassenden Analyse von 26 Studien mit 6.111 Personen im Alter von 18 bis 33 Jahren aus sieben Ländern, in denen untersucht wurde, wie sich die Konfrontation mit „Fitspiration“-Inhalten in sozialen Medien – also Beiträgen, die für Sport, gesunde Ernährung und idealisierte, durchtrainierte Körper werben – auf gesundheitsbezogene Ergebnisse auswirkt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits eine kurzfristige Konfrontation mit diesen Beiträgen ungesunde Folgen haben kann. „Fitspiration-Inhalte werden oft als positiv und gesundheitsorientiert dargestellt, doch unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie für manche junge Erwachsene eher schädlich als nützlich sein könnten", sagt die Forscherin.

Die Analysen zeigten, dass die Konfrontation mit Fitspiration-Inhalten zu verstärktem sozialem Vergleich, einem schlechteren Körperbild, mehr negativen Emotionen und stärkeren – manchmal unrealistischen – Motivationen für Diäten und Sport führte. Diese Muster waren über Geschlecht, Alter und Body-Mass-Index hinweg weitgehend konsistent, was darauf hindeutet, dass die Auswirkungen über die am häufigsten untersuchten Gruppen, wie junge Frauen, hinausgehen könnten.

Mit fast 100 Millionen Beiträgen, die Hashtags wie #fitspiration und #fitspo verwenden – und Milliarden von Aufrufen auf Plattformen wie Instagram und TikTok – sind viele junge Erwachsene häufig diesen Inhalten ausgesetzt, ob absichtlich oder nicht. Trotz ihrer Beliebtheit sind die Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden noch relativ wenig erforscht.

Weil junge Erwachsene in ihrem Alltag wahrscheinlich immer wieder mit Fitspiration-Inhalten konfrontiert werden, halten Gruest und ihr Team es für wichtig, auch künftig weiter zu erforschen, welche Auswirkungen solche Inhalte auf das emotionale Wohlbefinden und die Gesundheit haben können.

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Autorin / Autor: Redaktion  / Pressemitteilung - Stand: 7. Mai 2026