Friedenserziehung statt Rekrutierung

So viele minderjährige Soldat_innen wie nie

Die Zahl der Minderjährigen in der Bundeswehr hat sich seit 2011 fast verdoppelt. 2015 waren 1.515 Angehörige der Bundeswehr noch keine 18 Jahre alt, im Jahr 2011 waren es noch 689 Minderjährige. Das hat eine "Kleine Anfrage" der Partei "Die Linke" an die Bunderegierung ergeben.
Jugendliche können nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten den Dienst bei der Bundeswehr antreten. Auch wenn sie nicht vor der Volljährigkeit an Auslandseinsätzen teilnehmen, werden sie bereits im Umgang mit Waffen geschult.
In ihrer Auswertung kritisieren die Anfrager unter anderem, dass Jugendliche durch den Arbeitgeber Bundeswehr nicht in ausreichendem Maße geschützt würden. So müssten sie eine regelmäßige Arbeitszeit von 41 Stunden ableisten, obwohl unter 18-Jährige maximal 40 Stunden die Woche arbeiten dürften. Auch sei eine altersgetrennte Unterbringung nicht immer gewährleistet. So komme es dazu, dass minderjährige und volljährige Soldat_innen mitunter in einer Schlafstube untergebracht seien.

Grüne und Linke für Rekrutierungsstopp
Die Grünen und "Die Linke" machen sich darum nun für einen Rekrutierungsstopp für Minderjährige stark. Die Bundeswehr wirbt derzeit bei YouTube mit "hippen" Videos vor allem um jungen Bundeswehr-Nachwuchs, zum Beispiel mit der äußerst umstrittenen Webserie "Die Rekruten". Auch wurden in der Vergangenheit "BW-Adventure Camps" in der Teenie-Zeitung Bravo beworben, die sich an die Zielgruppe 12-17 richtet.

Kinder- und Jugendärzte gegen Jugendliche in der Bundeswehr
Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor der Rekrutierung Minderjähriger und fordert: "Keine Jugendliche mehr in die Bundeswehr!"

"Die Rekrutierung Minderjähriger für die Bundeswehr verstößt ganz klar gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Sie ist daher inakzeptabel," sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Thomas Fischbach und betonte dabei die besonderen Schutzpflichten gegenüber Kindern und Jugendlichen. "Jugendliche unter 18 Jahre können noch nicht ermessen, was sie im Militärdienst erwartet. Dass der Militärdienst kein Abenteuerurlaub ist wie die Werbekampagnen der Bundeswehr suggerieren, sondern dass der Militärdienst bedeuten kann, dass man im Ernstfall in den Krieg ziehen muss und sein Leben dabei verliert, das können sie oft noch nicht überblicken. Wir sind nicht gegen die Bundeswehr und gegen den Militärdienst. Aber mit 17 Jahren können Jugendliche noch keine informierte Entscheidung von dieser Tragweite treffen. Daher muss mit der Rekrutierung von Minderjährigen endlich Schluss sein. Was wir uns anstatt dessen wünschen: Mehr Friedenserziehung in den Schulen!"

Quelle:

Autorin / Autor: Quelle: Die Linke / bvkj - Stand: 14. November 2016
 
 
 

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