Erfolgreich lächeln

Studie untersuchte, wann wir ein Lächeln angenehm finden und wann nicht

Lächeln ist immer kommunikativer als zum Beispiel grimmig schauen, das ist klar. Aber es kann auch manchmal ein wenig zu viel sein, und dann löst ein Lächeln eher einen frostigen Schauer als ein Wohlgefühl aus. Wie es dazu kommt und was ein angenehmes Lächeln von einem unangenehmen unterscheidet, untersuchte eine gerade veröffentlichte Studie der University of Minnesota. Die Studienautor_innen unter der Leitung von Nathaniel Helwig präsentierten 802 Teilnehmer_innen eine Reihe von 3D-Computer-animierten Gesichtsmodellen, die lächelten. Bei jedem Modell veränderten sie die Ausrichtung der Mundwinkel, die Intensität des Lächelns und das Ausmaß, in dem die Zähne zu sehen waren. Außerdem ließen sie die Modelle auch mal mehr, mal weniger symmetrisch lächeln. Die Teilnehmer_innen wurden dann gebeten, zu beurteilen, wie wirksam, wie echt, wie angenehm und wie berührend sie das gesehene Lächeln empfanden.

Das Ergebnis widersprach eindeutig dem Prinzip "mehr ist besser", denn die Gesichter, die zum Beispiel breiter lächelten oder mehr  Zähne zeigten, wurden weniger gut bewertet als die mit einem bescheideneren Lächeln. "Erfolgreiches Lächeln" beinhaltet also laut den Forscher_innen ein optimales Gleichgewicht zwischen Zähnezeigen, Mundwinkelstellung und dem Ausmaß des Lächelns, damit man sein Gegenüber damit auch positiv erreicht und nicht abschreckt. Das Lächeln wurde übrigens auch als angenehmer bewertet, wenn es sich ziemlich symmetrisch entwickelte, wobei die linke und rechte Gesichtshälfte sich innerhalb von 125 Millisekunden synchronisieren musste.

Der Gesichtsausdruck ist eine wichtige Form der nonverbalen Kommunikation in sozialen Interaktionen, deshalb werden immer öfter computergenerierte Gesichtsmodelle in der Forschung eingesetzt, um systematisch zu untersuchen, wie Menschen in Gesichtern "lesen". Nach den Autor_innen kann der Einsatz von animierten 3D-Bildern dabei helfen, besser zu verstehen, wann und warum wir welche Gefühle wahrnehmen beim Anblick bestimmter Mimiken. Hilfreich können solche Forschungsergebnisse zum Beispiel dort sein, wo Menschen nach einem Schlaganfall mit Gesichtslähmung behandelt werden und Mimik wieder neu lernen müssen.

Die Studie wurde am 28. Juni 2017 in der Open-Access-Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 30. Juni 2017