Emotionale Buchrezepte

Forscher decken die emotionalen Strukturen von Büchern auf, indem sie die Menge von gefühlsanzeigenden Wörtern analysieren.

Eine Prise Spannung, ein Löffel Angst, eine Kelle Freude... Schreiben ist doch fast wie Kochen ohne Rezept, oder? Man kann so viele Zutaten in den Topf werfen, wie man will und seinen eigenen Lieblingsmix erstellen. Aber unterscheiden sich Bücher tatsächlich so stark in ihrem Aufbau oder gibt es doch ein Geheimrezept für den perfekten Roman?

Wenn es tatsächlich existieren sollte, dann kommt die Forschung seiner Aufdeckung immer näher. Dazu beigeragen hat auch eine neue Analyse von 3377 Werken, die der emotionalen Gestalt von Büchern auf die Schliche kommen sollte. Die analysierten Romane fielen dabei alle in eines von sechs Genres: Krimi, Humor, Fantasy, Horror, Western oder Science Fiction. Um herauszufinden, wo genau sich die Gefühle in den Büchern verstecken, wurden digitalisierte Versionen der Bücher mithilfe eines Online Wörterbuches auf Wörter, die Emotionen anzeigen, untersucht. Vokabeln, die Wut, Ekel, Angst, Freude, Traurigkeit oder Überraschung ausdrücken, wurden von dem Wörterbuch erfasst und aufgezählt. Anschließend wurden diese Daten in einen Computer eingegeben, damit dieser jeden Satz einzeln auf die Intensität von Emotionen und deren Wandel innerhalb der Werke erfassen konnte.

So ließen sich die emotionalen Strukturen der Bücher detailliert aufzeichen. Mary Shelleys „Frankenstein“ etwa wächst stetig an Wut und Angst, ohne viele andere Emotionen miteinzubeziehen, abgesehen von einer Portion Traurigkeit in der Mitte des Romans. Passenderweise sind das die gleichen Gefühle, die wohl auch die meisten Leser im Laufe der Lektüre empfinden.

Die Analyse zeigte aber nicht nur, wie die Klassiker der Weltliteratur mit unseren Gefühlen spielen, sondern deckte auch ein Muster auf, nach dem die verschiedenen Genres verfasst wurden. Klassische Krimis etwa beginnen häufig fröhlich, im Laufe des Romans sinkt diese Stimmung immer weiter und die Werke enden mit einer großen Prise Überraschung. Anhand so entwickelter Schemata konnte der Computer die Bücher in 50% der Fälle tatsächlich dem richtigen Genre zuordnen. Der häufigste Fehler, der dem Computer unterlief, war, Horror-Romane als Science Fiction oder Fantasy zu klassifizieren. Dies ist vielleicht nicht allzu überraschend, da es auch uns Menschen öfters mal schwer fällt, die Genres konsequent auseinander zu halten, da sie sich häufig überschneiden.

Gibt es also ein Rezept für einen Erfolgsroman? Eine geheime Zutat, die unabdinklich für die Kreation eines Meisterwerkes ist? In gewisser Weise ja, denn die Emotion, die dem Computer am meisten dabei half, die verschienden Genres auseinanderzuhalten, war Angst. Wessen Hand über dem Bücherkochtopf mit dieser Zutat ausrutscht, könnte aus Versehen mal eben so das Genre des Werkes verändern. Also aufgepasst. ;-)

Quelle

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Autorin / Autor: Jana Schaefer - Stand: 29. Januar 2016
 
 

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