Ein Schmetterling für Papst Leo XIV
Eine neue Schmetterlingsart wurde vom Forschungsteam nach Papst Leo XIV benannt. Die Entdeckung aus Kreta ist mit Verweis auf die Bibel ein eindringlicher Naturschutz-Apell.
Bild: Papst-Leo-Schmetterling © Huemer/TLM
Forscher:innen haben auf der griechischen Insel Kreta eine neue Schmetterlingsart entdeckt und ihr einen prominenten Namen verliehen: den des amtierenden Papstes Le XIV.
Der Papst-Leo-Schmetterling erreicht eine Flügelspannweite von rund zwei Zentimetern und zählt damit zu den mittelgroßen Vertretern seiner Gruppe. Besonders auffällig sind die purpurfarbenen Vorderflügel mit einem orange-goldenen Fleck sowie markante weiße Binden. Die Art ist ausschließlich aus den westlichen Gebirgsregionen der griechischen Insel Kreta bekannt. Die Falter wurden an künstlichen Lichtquellen nachgewiesen und scheinen vor allem im Juni aktiv zu sein. Über die Biologie und Lebensweise der neuen Art ist bislang noch nichts bekannt.
Tradition außergewöhnlicher Artnamen
Die Benennung von Schmetterlingen erfolgt häufig nach äußeren Merkmalen, geografischen Bezügen oder zu Ehren verdienter Persönlichkeiten. Innerhalb der Gattung Pyralis ist jedoch eine besondere Tradition erkennbar: Bereits 1775 beschrieben österreichische Naturforscher die erste Art der Gruppe als Pyralis regalis („königlich“) – inspiriert von ihrer prächtigen Färbung. Später folgten klangvolle Namen wie Pyralis princeps oder Pyralis cardinalis, die ebenfalls auf die außergewöhnliche Schönheit dieser Falter anspielen. Alle genannten Arten gehören zur artenreichen Überfamilie der Zünslerfalter (Pyraloidea), die weltweit rund 16.000 beschriebene Arten umfasst und damit eine der größten Gruppen unter den Kleinschmetterlingen darstellt.
Appell an den Papst: Für die Bewahrung der Schöpfung stark machen
Die Forscher:innen verweisen darauf, dass das Benennen der Tiere schon in der Bibel erwähnt wird. Im alten Testament erhält Adam den Auftrag, allen Tieren Namen zu geben. Damit gilt die Taxonomie – die Wissenschaft von der Klassifikation, Benennung und Einordnung von Organismen – im biblischen Sinne als älteste Aufgabe der Menschheit.
Für Studienleiter Peter Huemer ist die Namensgebung daher mehr als eine formale wissenschaftliche Handlung: Sie versteht sich auch als symbolischer Appell an das Oberhaupt der katholischen Kirche, also an Papst Leo XIV, auf die zentrale Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung aufmerksam zu machen. Gerade auch deshalb, weil Schmetterlinge im Christentum als zentrales Sinnbild für Auferstehung, Verwandlung (Metamorphose) und die unsterbliche Seele gelten.
Wenn Schmetterlingen Namen bekannter Persönlichkeiten verliehen werden, dann ist der neuen Art eine höhere Aufmerksamkeit sicher. Das haben in der Vergangenheit schon viele prominente Beispiele gezeigt: Ein Schmetterling wurde nach dem fiktiven Herr der Ringe Bösewicht Sauron benannt, eine Palpenmotte nach einem eher realen Ungetüm: Donald Trump.
Wir schützen, was wir kennen
Peter Huemer, ehemaliger Leiter der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen und heute ehrenamtlicher Mitarbeiter, verweist auch darauf, warum das Entdecken und Beschreiben unbekannter Arten so wichtig ist: „Wir befinden uns in einer globalen Biodiversitätskrise, dabei ist erst ein Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt wissenschaftlich erfasst. Ein wirksamer Schutz biologischer Vielfalt setzt allerdings voraus, dass Arten überhaupt erkannt, beschrieben und benannt werden.“
Allein in der Ordnung der Schmetterlinge werden jährlich rund 700 neue Arten entdeckt – überwiegend in den Tropen, doch auch in Europa ist die Grundlagenforschung keineswegs abgeschlossen: In den Alpen konnten etwa in den vergangenen Jahrzehnten rund 200 bislang unbekannte Arten nachgewiesen werden. Die Entdeckung des Papst-Schmetterlings Pyralis papaleonei unterstreicht eindrucksvoll, wie viel selbst in gut erforschten Regionen Europas noch zu entdecken ist – und wie dringlich der Schutz sensibler Lebensräume bleibt.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung; Bild: Papst-Leo-Schmetterling © Huemer/TLM - Stand: 8. Mai 2026