Ein Herz für Maschinen

Studie: Menschen leiden auch mit Robotern mit

Eigentlich ist es nur eine Maschine, sagt der nüchterne Verstand. Aber davon lässt sich das Gefühl anscheinend nicht beeindrucken. Wenn Roboter misshandelt werden, leiden die Zuschauer mit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Duisburg-Essen (UDE), die im Juni bei einer Konferenz in London vorgestellt wird.

Mit zwei Experimenten wurde die emotionale Bindung zu einem Roboter untersucht. 40 Testpersonen sahen Videos, in denen ein kleiner Dinosaurier-Roboter entweder liebevoll oder grob behandelt wurde. Die Forscher maßen währenddessen die physiologische Erregung und fragten die Teilnehmer nach ihren Empfindungen. Viele hatten Mitleid: Während der Gewaltszenen zeigten sie stärkere körperliche Reaktionen und berichteten danach häufiger, sich schlechter zu fühlen.
Bei einem zweiten Versuch wurde zusammen mit dem Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz die Hirnaktivität von 14 Personen gemessen, während unterschiedliche Filme liefen: Einerseits wurde der Roboter gefüttert und gestreichelt, andererseits gequält. Weitere Videos zeigten eine Frau in ähnlichen Situationen. Zudem wurde mit einem Pappkarton mal freundlich, mal böse umgegangen.

Die Forscher wissen nun, warum wir im Kino mit R2-D2 oder Nummer 5 mitgefiebert haben. Ihre Ergebnisse belegen eindeutige Reaktionen im Gehirn: Szenen, in denen Menschen beziehungsweise Roboter fürsorglich oder brutal behandelt werden, führen zu vergleichbaren Aktivitätsmustern im limbischen System. Es werden also ähnliche Gefühle ausgelöst – egal ob es um Menschen oder Maschinen geht. Allerdings sind diese intensiver, wenn wir Menschen beobachten. [Und was ist mit dem Pappkarton??? fragt die Redaktion.]

„Robotik-Forscher wollen technische Begleiter entwickeln, die eine langfristige Beziehung zu einem menschlichen Nutzer aufbauen – denn sie können nützliche Werkzeuge sein“, erklärt Astrid Rosenthal-von der Pütten, die die Studie mit Prof. Dr. Nicole Krämer und Prof. Dr. Matthias Brand durchgeführt hat. „Sie unterstützen Senioren bei alltäglichen Aufgaben, so dass sie länger zu Hause leben können. Ebenso ist es denkbar, dass sie behinderten Menschen oder Reha-Patienten helfen.“

Und warum sind hierbei persönliche Bindungen wichtig? Die Wissenschaftler hoffen, dass Roboter mit menschlichen Fähigkeiten wie Empathie die Gefühlsebene der betreuten Personen langfristig ansprechen und so in ihren Alltag fest integriert werden. Denn eine neue Technologie ist anfangs interessant; dieser Effekt lässt jedoch bei gleichbleibenden Aktivitäten nach.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung UDE - Stand: 29. April 2013
 
 
 

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