Traurig schweißt zusammen und dämpft den Schmerz

Forscher_innen untersuchen die Wirkung von dramatischen Filmen

Filme wecken Emotionen – wenn sie gut gemacht sind. Wir lachen mit den Hauptfiguren oder über sie, wir fiebern mit ihnen mit und manchmal gruseln wir uns. Dass lachen gesund ist, Glücksgefühle freisetzt und zusammenschweißt, ist bekannt. Aber auch ein trauriger, aufwühlender Film kann positive Effekte haben. So bewirkt auch ein Drama die Ausschüttung von Endorphinen, stärkt das Wir-Gefühl und dämpft Schmerzen, wie eine aktuelle Studie der University of Oxford zeigt.

Dafür zeigten Robin Dunbar und sein Team den Teilnehmer_innen den aufwühlenden Film „Stuart: A Life Backwards“, der die dramatische Lebensgeschichte eines behinderten und obdachlosen Jugendlichen erzählt. Eine zweite Gruppe sah weit weniger emotional berührende Dokumentarfilme.

Da die Schmerzempfindlichkeit Hinweise auf eine Endorphin-Ausschüttung geben kann, testeten die Forscher_innen vor und nach dem Film wie Testpersonen auf den "Wandsitz-Test" reagieren. Hierfür saßen sie ohne Unterstützung mit dem Rücken an eine Wand gelehnt und sollten diese Position so lange wie möglich halten. Schon nach kurzer Zeit fangen bei dieser Übung die Oberschenkel an zu schmerzen, so dass sich an der Durchhaltezeit die Schmerztolerant ablesen lässt. Zudem beantworteten alle Teilnehmer_innen zu Beginn und Ende des Tests einen Fragebogen, der Aufschluss über ihre Stimmung und das Zusammengehörigkeitsgefühl zur Gruppe geben sollte.

Wie erwartet, waren diejenigen, die „Stuart: A Life Backwards“ sahen, im Anschluss nicht unbedingt fröhlich gestimmt. Die Fragebögen zeigten aber, dass das Drama zu mehr Zusammenhalt innerhalb der Gruppe führte. Die Teilnehmer_innen fühlten sich zu denjenigen, die mit ihnen im Filmsaal saßen, mehr verbunden. Dies war bei der Dokumentarfilm-Gruppe nicht zu beobachten. Emotionen scheinen zusammenzuschweißen, seien es nun fröhliche oder traurige.

Auch auf den Körper wirkten sich diese Emotionen aus. So schnitt die Stuart-Gruppe beim zweiten Wand-Sitz-Test sehr viel besser ab als beim ersten Durchgang. Die Teilnehmer_innen verbesserten ihre Durchhaltezeit um durchschnittlich 13,1 Prozent. Die Dokumentarfilm-Gruppe verschlechterte ihre Zeit hingegen um 4,6 Prozent. Bisher hatte man die schmerzhemmende Wirkung eher bei positiven Emotionen festgestellt. Wenn wir herzlich lachen, schüttet der Körper Endorphine aus, die wiederum Schmerzen dämpfen. Die Forscher_innen gehen nun davon aus, dass auch bei aufwühlenden Filmen Endorphine ausgeschüttet werden, die unser Wir-Gefühl stärken und uns unempfindlicher gegen Schmerzen machen.

Kein Wunder, dass Dramen ebenso beliebt und erfolgreich sind wie Komödien oder Thriller.

Quelle

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 22. September 2016
 
 
 

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