Die intelligente Maschine - Freund oder Feind?

BITKOM-Umfrage zu Chancen und Risiken beim Einsatz künstlicher Intelligenz (KI)

Computer, die so konstruiert sind, dass sie ohne unser Zutun Probleme lösen und Entscheidungen treffen können, lösen immer noch widerstrebende Gefühle aus: sind sie nun unsere Helfer oder werden sie uns gefährlich? Dabei wird Künstliche Intelligenz (abgekürzt KI) bereits in vielen Lebensbereichen eingesetzt und gilt als Schlüsseltechnologie der nahen Zukunft. Sie sitzt in selbstfahrenden Autos, medizinischen Diagnoseinstrumenten oder wird zur Unterstützung bei der Aufklärung von Verbrechen eingesetzt.

Zwei Drittel (69 Prozent) der Bundesbürger sind der Meinung, dass Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend ist, damit deutsche Unternehmen künftig weltweit erfolgreich sind. Jeder Zweite (49 Prozent) wünscht sich, dass die Politik die KI-Forschung hierzulande massiv fördert und rund jeder Dritte (30 Prozent) ist sogar der Meinung, die Politik müsse Künstliche Intelligenz zu einem Top-Thema machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.006 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Bereits in wenigen Jahren werden viele Produkte und Dienstleistungen mit Maschinenintelligenz ausgestattet oder sogar von ihr geprägt sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir müssen alles tun, um das Potenzial von KI für die digitale Gesellschaft bestmöglich zu nutzen.“

KI kann vieles, ist aber Kunstbanause?
Grundsätzlich sehen die Befragten in allen Lebensbereichen große Chancen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. 83 Prozent sind sicher, dass KI die Verkehrssteuerung verbessern und so Staus reduzieren kann. Fast ebenso viele (81 Prozent) glauben, dass dank KI in der Industrie körperlich belastende Tätigkeiten auf Maschinen übertragen werden können. Jeweils zwei Drittel sagen, dass Verwaltungstätigkeiten durch KI beschleunigt werden (68 Prozent), in der Forschung die Innovationskraft steigt (67 Prozent) und der Kundenservice Anfragen zuverlässiger bearbeiten kann (64 Prozent). Eine Mehrheit glaubt auch, dass KI der Polizei helfen kann, Verbrechen schneller aufzuklären und mit ihrer Hilfe bessere medizinische Diagnosen gestellt werden können. Nur an einer Stelle sind die Befragten mehrheitlich skeptisch. Gerade einmal jeder Fünfte (21 Prozent) glaubt, dass KI in Kunst und Kultur völlig neue Dinge schaffen kann. Berg: „Analytisch sieht man bei KI offenkundig keine Grenzen, echte Kreativität wird den Systemen aber nicht zugetraut.“

Unwissentlich zum KI-Nutzer geworden
Die Umfrage förderte aber auch zutage, dass viele oft ohne es zu wissen Geräte oder Dienste nutzen, die auf KI basieren. 19 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sie entsprechende Anwendungen bereits verwendet haben, 31 Prozent glauben es zumindest. Tatsächlich aber gehören bereits 73 Prozent zu den Nutzern etwa von Online-Übersetzung, Sprachassistenten oder individuellen, nicht werblichen Empfehlungen von Online-Plattformen.

Ängste vor Machtmissbrauch
Allerdings äußerten viele auch etliche Bedenken. Es gibt auch Menschen, die sich wünschen, dass Politik den Einsatz von KI ganz verbietet, allerdings ist das nur ein kleine Minderheit von 4 Prozent. Die große Mehrheit möchte aber, dass die Politik Regeln vorgibt, denn 78 Prozent befürchten, dass der Einsatz von KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet. Jeweils rund zwei Drittel sorgen sich, dass KI die Vorurteile der Programmierer abbildet und faktenbasierte Entscheidungen nur vorgaukelt. Rund jede_r Zweite hat Angst, dass KI den Menschen entmündigt oder sich die intelligenten Maschinen sogar irgendwann gegen den Menschen richten. Diese Befürchtungen möchte Bitkom-Präsident Achim Berg zerstreuen: „Wir erleben immer bessere KI-Systeme, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe trainiert sind und diese zum Teil auch besser als wir Menschen erledigen. Eine Maschine, die besonders gut Krankheits-Diagnosen stellt, kann aber eben nur das und wird weder meine Reisen buchen noch meine Wohnung putzen. Wir müssen besser und breiter darüber aufklären, was künstliche Intelligenz kann, und was sie aber auch nicht kann.“

Die Bitkom wünscht sich von der neuen Bundesregierung eine deutlich höhere Förderung der KI-Forschung: so sollten mindestens zehn Masterstudiengänge und 40 Professuren für KI eingerichtet werden, um dem drohenden Fachkräftemangel bei dieser Zukunftstechnologie entgegenzutreten. Berg: „KI hat eine sehr grundsätzliche Bedeutung für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft. Wir brauchen Eckpunkte einer digitalen Ethik, die wir in einer Partnerschaft von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik entwickeln sollten.“

Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger_innen ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

Quelle:

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