Die brennenden Kammern

Autorin: Kate Mosse
Übersetzt von Dietmar Schmidt

„Die brennenden Kammern“ der britischen Bestsellerautorin Kate Mosse ist ein historischer Roman über ein dunkles Geheimnis, eine verbotene Liebe und einen verhängnisvollen Verrat in Zeiten des Krieges zwischen Hugenotten(Protestanten) und Katholiken.

Inhalt
Die junge Katholikin Minou Joubert und der junge Hugenotte (Protestant) Piet Reydon lernen sich im Jahr 1562 in Carcassonne, in Frankreich kennen. Minou erhält einen Brief, in dem steht: „Sie weiß, dass ihr lebt“. Sie möchte wissen, was hinter dieser mysteriösen Botschaft steckt und Antworten haben. Aber wer kann sie ihr geben? Ihr Vater, der seit einer langen Reise noch zurück gezogener lebt als ohnehin schon seit dem Tod ihrer Mutter? Sie muss es selbst herausfinden!
Doch dann trifft sie Piet und damit verändert sich ihr Leben. Denn Piet hat eine gefährliche Aufgabe zu erledigen. Sie verhilft ihm zur Flucht aus Carcassonne, als er eines Mordes beschuldigt wird. Auf ihrer Reise von Carcassonne, über Toulouse nach Puivert muss Minou erleben, wie Menschen sterben und Familien ihr Hab und Gut verlieren. Piet ist immer an ihrer Seite. Ihre Gefühle zueinander werden immer stärker. Aber diese Liebe darf nicht sein, auch wenn Minou und Piet anderer Ansicht sind. Und dann ist da noch das Geschenk ihrer Mutter an ihre Tante, das ein Geheimnis verbirgt, das Minous wahre Identität offenbart. Erst in Puivert erfahren Minou und Piet, was die mysteriöse Botschaft zu bedeuten hat…

Historische Einbettung
Die Geschichte von Minou und Piet spielt in Frankreich zu Zeiten des Krieges zwischen Hugenotten (Protestanten) und Katholiken und wird aus der Sicht von Minou erzählt. Wer nicht Anhänger der Katholische Kirche ist, muss mit Folterung oder dem Tod rechnen. Die Katholiken verfolgen, töten und verbrennen alles, was den Protestanten gehört. Sie verabscheuen die andere Glaubensrichtung und wollen mit ihrem Glauben über Frankreich herrschen.
Und als wäre nicht die Pest in dieser Zeit schon schlimm gewesen, herrschte während des Krieges zwischen Protestanten und Katholiken unbarmherzige Umstände. Unschuldige Frauen, Kinder und Männer beider Seiten, starben, verhungerten und verloren ihr Hab und Gut. Wer einst ein netter Nachbar oder eine Freundin war, ist jetzt zu Feind und Verräter geworden. Das erfahren auch die beiden Protagonisten am eigenen Leib. Da die Geschichte von Vertrauen und Verrat handelt, gibt es zu viele Nebencharaktere bei denen man nicht weiß auf welcher Seite sie stehen.

Meinung
Das Buch die brennenden Kammern, ist mit seiner historischen Geschichte kein einfach zu lesendes Buch. Da ich selbst nicht der Kirche angehöre, hatte ich anfangs leichte Schwierigkeiten, das Buch zu verstehen. Genau genommen wurde mir nicht klar, was der Buchtitel „Die brennenden Kammern“ mit der Geschichte zu tun hat. Es kommen ab und zu ein paar Anmerkungen dazu, aber wirklich verstanden habe ich es nicht. Trotzdem hat die Autorin hat es geschafft, dass man die Geschichte besser versteht, in dem sie sie in drei Teile unterteilt hat.
Die Autorin Kate Mosse, musste die Rahmenhandlung der Geschichte, den Krieg und die Zerwürfnisse in Frankreich nicht erfinden, denn die Kriege fanden statt. Ob die Liebesgeschichte um Minou und Piet erfunden ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht gab es jemanden dem das Gleiche wiederfahren ist wie Minou und Piet. Am Anfang erfahren wir im Epilog den Ursprung des Hugenottenkrieges. Auch werden wir am Ende aufgeklärt, was es mit der okzitanischen Schrift und Sprache auf sich hat. Die Städte Carcassonne und Puivert wurden nicht erfunden. Sie wurden hier genauso beschrieben wie sie einst waren. Carcassonne ist auch heute noch eine wunderschöne Stadt, mit dem schönen Schloss, dass zum Weltkulturerbe gehört. In Puivert besaß tatsächlich ein Herr Bruyere die Burg Bruyere. (Ich habe ein bisschen im Internet nachgesehen). Denn Bildern nach zu urteilen, gab es die Burg wie beschrieben wirklich. Heute ist sie eine Ruine, für Besucher zugänglich. Auch Toulouse ist eine Reise wert, mit der Kathedrale und seinen Sehenswürdigkeiten.

Fazit
Wir erfahren hier eine anschauliche und detaillier Geschichte über das Jahr 1562, wie es den Menschen zur Zeit des Hugenotten Krieges erging. Es geht um Vertrauen, Verrat und Liebe, wobei die Charaktere authentisch herüberkommen. Ein Roman für Leser, die gerne etwas über Religion und historische Geschichten lesen. Ich würde dieses Buch tatsächlich nur für Erwachsene weiterempfehlen, da hier doch einiges „zu genau“ beschrieben wird. Ich gebe dem Buch trotz meiner anfänglichen Schwierigkeit 5 von 5 Sternen.
Noch eine kleine Anmerkung: es hat sich ein kleiner Fehler in den Klappentext eingeschlichen. Das Buch spielt im Jahr 1562 und nicht im Jahr 1526.


Erschienen bei Bastei Lübbe

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Autorin / Autor: susi74 - Stand: 27. April 2020