Das Geschlecht der Wissenschaft

US-Studie: Männernamen verleihen Studien mehr Gewicht als Frauennamen

Eigentlich müsste man meinen, Wissenschaft sei unvoreingenommen und so etwas wie Diskriminierung hat dort längst keinen Platz mehr. Aber laut einer neuen Studie der Ohio State University scheinen auch WissenschaftlerInnen nicht vor fehlerhaftem Denken geschützt zu sein: Wie die Studien-Ergebnisse zeigen, hat das Geschlecht einer Forscherin oder eines Forschers großen Einfluss darauf, wie andere Forscher seine oder ihre Arbeit wahrnehmen. Und drei mal dürft ihr raten, welchem Geschlecht die qualitativ höherwertigen Arbeiten zugetraut werden ;-).

Die Studie ergab, dass Studenten - und zwar sowohl männliche als auch weibliche- deutlich voreingenommener gegenüber Studienzusammenfassungen (Abstracts) waren, deren Autoren weibliche Namen wie "Brenda Collins" oder "Melissa Jordan" hatten. Wurde ihnen dagegen das exakt gleiche Abstract mit männlichen Namen wie "Andrew Stone" oder "Matthew Webb" gezeigt, bewerteten sie es höher.

Allerdings schlugen dabei auch geschlechtsspezifische Zuschreibungen in den Fächern zubuche: Während Forschungsthemen, die sich mit Kindererziehung und Körperbildern beschäftigen eher den Frauen zugetraut werden, scheinen Politik, Nachrichten und Journalismus immer noch als Männerdomäne angesehen zu werden.

"Diese Befunde legen nahe, dass es Frauen immer noch schwerer haben als Männer, wissenschaftlich erfolgreich zu sein", stellt Silvia Knobloch-Westerwick, Hauptautorin der Studie und Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Ohio State University, fest. "Es gibt immer noch ein Klischee in unserer Gesellschaft, dass die Wissenschaftskarriere besser zu Männern als zu Frauen passt", so Knobloch-Westerwick. "Sogar bei den jungen StudentInnen, den zukünftigen Lehrenden sind solche Stereotypen noch lebendig."

Der Aufbau der Studie
An der Studie nahmen 243 StudentInnen der Kommunikationswissenschaften unterschiedlicher Universitäten teil, darunter 70 Frauen. Die TeilnehmerInnen sollten 15 kurze Studien-Zusammenfassungen (etwa 150 Wörter) lesen und anschließend ihre Qualität bewerten. In einigen Fällen wurden zwei männliche Autoren aufgeführt und in anderen Fällen zwei weibliche Autoren, wobei diese Kennzeichnungen immer mal getauscht wurden. Auf einer Skala von "überhaupt nicht" bis "sehr" sollten die ProbandInnen sagen, wie "wichtig" und "innovativ" sie die Texte fanden. Das Ergebnis: die Abstracts mit männlichen Autorennamen wurden durchweg als "wichtiger" angesehen - und zwar auch von den Frauen. "Obwohl die Namen der Autoren nicht prominent angezeigt wurden, und die VersuchsteilnehmerInnen sie vermutlich kaum gesehen haben, hatten sie diesen Effekt", wundert sich Knobloch-Westerwick. Wenn es sich um Forschungstexte handelte, die sich mit "klassischen Männerthemen" beschäftigten, fiel die Höherbewertung der mit männlichen Autorennamen ausgestatteten Texte sogar noch extremer aus.

Für Knobloch-Westerwick steht fest, dass es unter ihrer Studiengruppe, die nur aus StudentInnen der Kommunikationswissenschaft bestand, noch relativ harmlos zuging. In Wissenschaftsbereichen, die mehr von Männern dominiert werden, könnte diese Geschlechterdiskrimierung noch viel deutlicher zutage treten. "Ob bei Stipendien, Promotionen oder Anstellungen, das Geschlecht wird immer ein wichtiger Faktor sein, der in der Bewertung einer Person ein Rolle spielt. Und wenn sich das im Laufe der Karriere summiert, kann es dazu führen, dass einige Frauen beim Erklimmen der Karriereleiter weit hinter Männern zurückbleiben."

Ihre Ergebnisse erscheinen online in der Zeitschrift Science Communication und wird in einer zukünftigen Printausgabe veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung
 
 
 

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